Schifffahrt (I)

Um auf die Northbank des Gambia River zu gelangen ist es notwendig die Fähre von Banjul nach Barra zu nutzen. Eines der wichtigsten Gesprächsthemen in der Stadt und auf der Northbank ist der Zustand der Fährschiffe.
Unsere Expidition steigt morgens um 05:30 Uhr noch ein wenig verschlafen in den Van, bewaffnet mit 1,5 Mio. Dalasi und in der Hoffnung um 09:00 die erste Fähre zu bekommen. Schon die Zufahrt zur Fähre (noch bei kompletter Dunkelheit) ist sehr fremd für einen Europäer. Eine Seitenstraße mit einem unbeschreiblichen Chaos.
Fussgänger mit jeder Form von Lasten auf dem Kopf, Ziegenherden, LKW’s (ohne Rußpartikelfilter), alles schreit und palavert durcheinander. Dazwischen die Fahrer der LKW’s (die warten teilweise 3 Wochen auf eine Überfahrt) seelenruhig beim Morgengebet.
Unser Guide Ebrima hat für unsere Hilfsorganisation einen „Letter of Priority“ beschafft. Damit sollten wir vorrangig auf die Fähre gelangen. Die Fähre existiert jedoch nur als Gerücht. Von den drei Schiffen sind in der Regel 2 defekt. Für zwei neu angeschaffte Fähren existiert keine passende Pier. That’s Africa.
Ebrima kämpft wie eine Löwe um unsere Einfahrt in den Fährbereich. Das alles bei morgendlichen 30° Celsius._MG_2574_small
Plötzlich kommt ein Schiff. Ein weiteres wahnsinniges Chaos bricht aus. Passagiere von der Fähre runter, Lastenträger rauf. Die Anlegerbrücke hat sich nicht ausreichend abgesenkt, also einen riesigen LKW rauffahren bis das Ding passt.  Wir haben Glück, wir sind auf der Fähre, das Ding ist nicht untergegangen. Wir sind auf der Northbank.

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