9/11 Memorial

Nach einem wunderbaren Spaziergang über die Williamsburg Bridge kamen wir auf die Idee, das WTC ist mit der Metro nur ein paar Stationen entfernt, das 9/11 Memorial zu besuchen. Nach 10 Minuten warten und 52(!) USD Eintritt sind wir an den Ort des Schreckens und des Erinnerns vorgedrungen.
Hier wurde mit großem technischen Aufwand eine Inszenierung gebaut, die der im „Victorious Fatherland Liberation War Museum“ in Pyongyang wahrscheinlich in nichts nachsteht.
Ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien. Ich habe aber dennoch meine Zweifel daran, dass 11 Terroristen mit einer rudimentären Flugausbildung, bewaffnet mit Teppichmessern, ohne jede Kommunikation untereinander, gleichzeitig mit ihren „Waffen“ in vier unterschiedliche Flugzeuge gelangen. Diese ohne Gegenwehr übernehmen und nahezu simultan in die entsprechenden Ziele steuern. Der Gipfel ist die leicht angebrannte Fluglizenz eines der Attentäter, die man in tausenden Tonnen von Schutt „gefunden“ hat. Das Drehbuch hätte in Hollywood vermutlich niemand verfilmt. Eine solche Katastrophe für billigen „Hand-aufs-Herz“ Patriotismus und eine (zumindest für mich als Europäer) gefährlich wirkende Indoktrination zu nutzen ist einfach nur unästhetisch.
Die aus 9/11 resultierenden Opfer (es sind einige Hunderttausende, meist Zivilisten) werden selbst am Ende der Ausstellung bei der Frage „Wie schützt die Regierung ihre Bürger?“ einfach unerwähnt gelassen. Collateral damage halt eben.

Ich will hier auch nicht respektlos gegenüber den Opfern erscheinen, aber diese Art von „Ausstellung“, verbunden mit Restaurant und Museumsshop haben sie einfach nicht verdient.

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