Monthly Archives: Januar 2015

South Island

Nach unserem Besuch in Greymouth sind wir über Hanmer Springs in den Nordosten nach Blenheim weiter gereist. Hier ein paar Bilder.

Gletscher im Doppelpack

Wir sind gestern aus Nelson kommend an der Westküste herunter in Richtung Süden gefahren. Nach ca. 250 km kamen wir in Greymouth an. Da sich hier die touristische Infrastruktur sehr schnell ausdünnt, haben wir in einem etwas „größeren“ Ort ein Motel genommen. Das Ding heißt „Aachen Place“ und vor der Einfahrt ist eine deutsche Fahne hochgezogen. Nach ein wenig Smalltalk fragten wir den Besitzer, wie er auf den Namen gekommen ist. Er erklärte uns, dass früher die Motels in alphabetischer Reihenfolge gelistet waren. Mit Aachen war er halt die Nummer Eins, nix NRW, nix deutsch. Das war Optimierung von Suchmaschinen im Analogzeitalter.
Heute sind wir dann zu den Gletschern aufgebrochen („Kein NZ ohne Gletscher..“). Nach 170 km Fahrt über leere Straßen kommen wir am Franz-Josef Glacier an. Der übliche Touristenrummel, man kann auf einen Parkplatz fahren (alles kostenfrei) und dann eine Wanderung von ca. 1,5h bis zur Gletscherzunge (bzw. 400 m davon entfernt) unternehmen.

Ranger Bob an der Gletscherzunge

Ranger Bob an der Gletscherzunge

Der allgegenwärtige Ranger Bob gibt auf Hinweistafeln Ratschläge zum Daypack und zur Annäherung im Gelände. Das Ganze erweist sich dann als ein 8m breiter, geschotterter Weg, auf dem die gesamte Prozession von statten geht. An der Gletscherzunge drängen sich begeistert Asiaten und Amerikaner. Sie schauen sich die beständig schrumpfende Gletscherzunge, das Ergebnis ihrer Konsum- und Klimapolitik, an. Während dessen fliegen ununterbrochen Hubschrauber mit Scenic-Flights (5 Minuten 99 NZ$ pro Nase) über unsere Köpfe.

Claudia im hochalpinen Profi Outfit. Das Tuch war eine Maßnahme für bessere Sichtbarkeit bei mögliche Luftrettungen.

Claudia im hochalpinen Profi Outfit. Das Tuch war eine Maßnahme für bessere Sichtbarkeit bei einer möglichen Luftrettung.

Der Gletscher selbst kann niemanden, der schon einmal in den Alpen war, vom Hocker reißen. Witzig sind noch die Jungs und Mädels, die ausgerüstet wie zur Alpenüberquerung, den Trampelpfad benutzen.

Die haben sich an die Hinweise von Ranger Bob gehalten.

Die haben sich an die Hinweise von Ranger Bob gehalten.

Dazwischen die Jogger (die gibt es hier auch überall) und Hippies in Badelatschen. Nach 90 Minuten war dann der Spaß auch vorbei. Auf zum nächsten Gletscher. Nach 30 km erreichen wir den Fox Glacier.
Der Rest ist kurz erzählt: Parkplatz (kostenfrei), Ranger Bob, Prozession, Abbruch der Maßnahme.
Nach 200 km Rückfahrt endete der Tag dann doch noch versöhnlich mit einem ausgezeichneten Essen in Greymouth.

Stunde der toten Augen

Am 20. Mai 1945 wurde in Berlin durch Befehl des Stadtkommandanten Bersarin die Moskauer Zeit für einige Wochen eingeführt. Das führte unter anderem dazu, dass die Läden um 6 Uhr öffneten und um 16 Uhr wieder schlossen. Der Genosse Bersarin ist längst Geschichte. Hier in NZ muss aber irgend wer von der Geschichte gehört haben.
Im Allgemeinen wird hier um 9:00/10:00 geöffnet und um 17:00 (!) geschlossen. Einzige Ausnahme sind die Supermärkte.

Öffnungszeiten in der Innenstadt von Nelson, keine Ausnahme, normaler Laden

Öffnungszeiten in der Innenstadt von Nelson, keine Ausnahme, normaler Laden

Damit ist im Einzelhandel ein korrekter 8 Stunden Tag durchgesetzt. Noch befremdlicher ist die Tatsache, dass die meisten Cafès bereits um 16:30 Uhr schließen. Die Restaurants hingegen öffnen erst 17-17:30 Uhr. Um 17:00 kommt in der Stadt das komplette Leben zum Erliegen. Die Läden sind zu, die Straßen sind leer. Von einer Minute zur anderen, alles tot, alle weg.
Der Versuch, nach Rückkehr von Farewell Spit,

Farwell Spit ist eine riesige Wanderdüne am Nordende der Südinsel

Farwell Spit ist eine riesige Wanderdüne am Nordende der Südinsel

Es war dort unglaublich windig, Augen zu und die Kamera einpacken.

Es war dort unglaublich windig, Augen zu und die Kamera einpacken.

auf dem Land noch ein wenig Obst zu kaufen, scheiterte kläglich. Unser Abendessen (Pizza) haben wir vorsichtshalber bereits um 16:15 Uhr in Takaka eingenommen. In dem Laden gibt es bis 16:30 Uhr (Cafe) Pizza und ab 17:00 (Restaurant) Nudeln. Die Öffnungszeiten der Restaurants werden hier auch gern mit „17:00 – late“ angegeben. Late bedeutet aber auch hier so 22-23:00 Uhr. Essen nach 21:00 Uhr ist auch kompliziert. Die gestern erwähnten Schnapsbrenner meinten zu dem Thema: „Das sind hier alles Bauern, die gehen halt früh zu Bett..“.

A.T.F.

Alcohol

Am Samstag morgen gibt es einen interessanten Wochenmarkt in Nelson. Dort reicht die Palette des Feilgebotenen von Obst und Gemüse bis zum Schmuck. Alles eigene Herstellung (100% NZ owned und operated, ist hier sehr wichtig) und meist organic. Am Stand der Schnapp Dragon Distillery trafen wir Terry & Nigel. Zwei enthusiastische Schnapsbrenner aus der Golden Bay, Takaka. Nachdem wir uns als Deutsche geouted hatten, wurden wir (Terry war schon einmal in Ravensburg) sofort als Kenner für diese Sportart (oder besser deren Produkte) erkannt. Es gibt nur vier Brennereien in NZ, die über eine Destille verfügen. In Takaka wird vom Wodka über Rum bis zum Single Malt alles gebrannt. Die haben dort sogar ein paar Acres mit Agaven angebaut, für den eigenen Tequila. Während unseres intensiven Gespräches füllte Terry immer wieder fingerhutgroße Shooter (..lalala..) mit allem, was die Destille hergibt. War alles sehr lecker und der erste Schnaps seit Anfang Dezember. Wie bereits beim Bier erwähnt, ist das hier sauteuer. Eine 0.7 Absolut kostet im Laden 35 NZ$. Cheers!

Das Zeug ist nicht nur teuer, sonder darf auch nur unter der heimischen Zudecke getrunken werden..

Das Zeug ist nicht nur teuer, sonder darf auch nur unter der heimischen Zudecke getrunken werden..

Tobacco

Durch die abgeschiedene Lage von NZ kann der Staat natürlich kräftig Einfluss auf die Volksgesundheit nehmen. Zigarettenschmuggel ist hier augenscheinlich kein Hinderungsgrund für einen sanktionierten, astronomischen Preis für Fluppen. In einem Zeitungsartikel lasen wir heute, dass der Preis für billige Zigaretten jetzt bei ca. 20 NZ$ pro Packung liegt. Die 30 Gramm Packung Tabak zum Selbermachen kostet ca. 40 NZ$. Was das Rauchen angeht, herrscht hier quasi Prohibition (Zollfreie Einfuhr seit dem 1.1. nur noch 50 Zigaretten). Durch Zufall wohnten wir dem Erwerb einer Packung Marlboro durch einen jungen deutschen Touristen bei. Im Supermarkt an der Info-Theke (muss man erst mal wissen, steht nirgendwo), den Pass vorzeigen (21 Jahre!), dann holt das Model hinter der Theke eine Schachtel des Gewünschten unter dem Tresen hervor.
Die Zeitung schrieb, dass hier einige Leute bereits 10% ihres Einkommens für das Rauchen ausgeben. Die ganze Geschichte funktioniert auch nur hier am Ende der Welt.

Heute in der Zeitung gefunden..

Heute in der Zeitung gefunden..

Firearms

Im Gegensatz zu unseren französischen Nachbarn, ist hier von dem Thema zum Glück nichts zu hören. Wir sollten uns in Europa aber mal fragen, wo die Irren alle ihre Waffen und den Sprengstoff her haben. Dank europäischer, amerikanischer und russischer „Entwicklungshilfe“ gibt es im Nahen Osten und in Afrika bereits ein Überangebot (ohne Witz, hab ich gelesen) an Handfeuerwaffen, welches den Wiederverkaufswert gebrauchter (besonders der alten AK-47) Waffen immer weiter verfallen lässt. Leider sind die Opfer immer wieder die Falschen.

Frau Puppendoktor Pille mit der großen, klugen Brille entfernt die gröbsten Schreibfehler..

Frau Puppendoktor Pille mit der großen, klugen Brille entfernt die gröbsten Schreibfehler..

Whale Watching in Abel Tasman

Wir sind jetzt seit Dienstag Abend in Nelson und heute starten wir einen Besuch im Abel Tasman Nationalpark. Die Anreise gestaltet sich bis nach Motueka recht entspannt. Ab dort der komplette Wahnsinn. Es ist so ein bisschen wie auf dem Darß oder auf Rügen zur Hochsaison. Der Unterschied ist lediglich, dass jeder zweite Kiwi an seinem Auto noch eine 7 Meter lange Yacht angehängt hat. Häfen für Sportboote sind hier nicht so üblich, vielleicht auch durch die mitunter komplizierten Wetterbedingungen. Also gibt es an jedem See/Meer Zugang eine Rampe, wo man mit dicken SUV oder gemietetem Traktor sein Boot ins Wasser bringt und am Abend wieder heraus holt. Segeln ist (aus wahrscheinlich diesem Grund, Auf- und Abtakeln) kein sehr verbreitetes Hobby. Mal ein Bareboat für einen Tag zu chartern ist auf der Südinsel nicht wirklich möglich.
Irgend wann ist es uns dann gelungen, hinter Marahau den Eingang zum Nationalpark zu erreichen. Dort kann man auf einem Coastal Walkway durch den Urwald diverse Buchten besuchen. Hört sich erst mal wild romantisch an. Die ganze Angelegenheit findet jedoch im „Gänsemarsch“ statt.
Glücklicherweise hat der Weg eine Menge Kurven. Von Zeit zu Zeit denkt man, man ist allein. Das unglaublich laute Zirpen von riesigen Grillen schafft eine tolle Geräuschkulisse. Die Suche nach Bildern zu Abel Tasman bringt vermutlich mehrere tausend Treffer. Unsere Bilder sind heute nicht dabei, ich habe die SD-Karte der Kamera im Laptop gelassen.

Ich hab natürlich doch ein Bild mit dem Handy gemacht..

Ich hab natürlich doch ein Bild mit dem Handy gemacht..

Den Walkway kann man dann alle halbe Stunde in Richtung Bucht verlassen und an einem „einsamen“ Strand (der ganz tollen goldgelben Sand hat) baden gehen oder was auch immer tun. Wer nicht Laufen möchte, kann sich auch mit dem Wassertaxi dahin bringen lassen. Die Buchten sind wunderschön anzusehen. Wer schon mal in den Kornaten war, so in etwa.

Ach ja, ich hätte es beinahe vergessen – Whale Watching. Auf halbem Weg befindet sich ein Wiese mit einer Picnic-Area. Dort kann man wunderbar sitzen und schauen wie schwitzende, sonnenbrandrote, dabei chipsessende, australische Touristen (mehr zu schreiben hat Claudia verboten) in Flip-Flops den Berg herauf geschnauft kommen.
Den echten Walen ist das auf dem Wasser vermutlich zu laut.

Auf der Rückfahrt kommt man an riesigen Obstplantagen vorbei, die Gegend sieht ein wenig nach Südtirol (Meran) aus. Dort haben wir ein Kilo frisch gepflückte Boysenberry gekauft. Brand new taste, yummi!

The Butcher

Das Apartement in Martinborough (Cologne Street, Ecke Broadway) verfügt über einen riesigen Gasgrill. Für ein BBQ brauchen wir Steaks und die kaufen wir nicht im Supermarkt, es gibt einen Butcher im Ort. Ein großer Mann, mit riesigen Händen und den Resten von toten Tieren an seiner Schürze. Eine ordentliche Auswahl liegt im Schaufenster, u. a. gut marinierte Steaks zu (relativ) kleinen Preisen. Keine Kreditkarten, Cash only. Das Essen war wunderbar. Ein gut gekühlter Rosé aus der Gegend beschließen einen schönen Sommertag. Vielleicht war es zum Essen bereits ein wenig zu spät oder es war des Guten ein wenig zu viel. Nachts gegen 2:00 Uhr liege ich wach und habe mir ein paar Gedanken über das „Boom Under“ hier gemacht.

NZ ist nicht gerade ein Billigland. Man bekommt für sein Geld gute und hochwertige Lebensmittel. Bei einem Bier (was bisher keinen Anlass zur Klage gab) muss man im Pub für das Pint (ca. 0,4 Liter) zwischen 9 und 12 NZ$ auf den Tresen legen. Das sind so 6-8 Euro. Die Leute verdienen hier sehr gut (die Realeinkommen haben sich seit 2004 um 160% nach oben entwickelt, Mindestlohn 14,25 NZ$), tragen keine Designermode und große Autos sind hier die Ausnahme.
The Question: Where is the Money?
Home Loans (Hauskredite), dafür spricht Einiges.
Für ein Haus (das entspricht oftmals mehr dem eines Ferienbungalows) in Wellington (oder den Urbs) legt man locker mal 300-400.000 NZ$ auf den Tisch.

Home Loans zu "Dumping Preisen"

Home Loans zu „Dumping Preisen“

Die Finanzierung gibt es zur Zeit (auf dem absoluten Zinstief) mit 6 – 7% bei einer Bindung von zwei Jahren. Das ist unglaublich(!) preiswert, hier wurden auch schon mit 15% Häuser finanziert.
Analysten sagen jedoch, dass die Immobilien hier mit 20-30% (in Auckland mit bis zu 80%) überbewertet sind. Es gibt hier so viele Immobilenmakler wie Fliegen auf einem Kuhfladen.
Das erinnert an Fannie Mae und Freddie Mac in ihren besten Zeiten.

Der NZ$ ist ebenfalls mit 20-30% überbewertet. Das meiste Geld in NZ verdienen nicht die Kühe, sondern (wen überascht das) die Banken. Die großen Banken gehören mehrheitlich den Australiern. Bei dem Konstrukt ist es IMHO nur eine Frage der Zeit, bis die Banker anfangen gegen ihre eigenen Kunden zu wetten (CDS sei dank).

In Nelson bei unabhängigen Kreditvermittlern gefunden.

In Nelson bei unabhängigen Kreditvermittlern gefunden.

Das Zukunftsmodell ist Kuhprodukt (Dairy) für den asiatischen Mittelstand (obwohl die Preise für Milchprodukte seit 2010 um ca. 40% verfallen sind). Wer keine Kuh/Schaf auf die Wiese stellt, ist am Bau oder beim Staat beschäftigt. Die Staatschulden werden in Kürze die 100 Mrd. NZ$ erreichen. Das Christchurch Erdbeben von 2011 trägt daran eine reichliche Mitschuld.
Und das bei 4,5 Mio. Einwohnern!
Das Thema hochqualifizierte Fachkräfte (IT, infrastrukturelle Entwicklung usw.) ist ein weiterer wunder Punkt in der Geschichte. Die Industrie und der Dienstleistungssektor mit effektiver Wertschöpfung sind in Auckland angesiedelt.
Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Taxifahrer 2008 in Dublin. Der erzählte stolz vom irischen Wirtschaftswunder (Bau, Banken, billige Steuern) und das er jeden Monat 4000 Euro netto nach Hause trägt. Leider waren wenige Wochen darauf die Veterinärmediziner von der EZB vor Ort und haben dem irischen Bullen (ohne Narkose) die Eier abgeschnitten. Hier wären es dann Männer, die mit Stäbchen essen oder die Verwandten von Mel Gibson.
Analysten irren sich aber auch in 90% ihrer Aussagen. Ich hoffe den Kiwis bleibt das erspart!

Travels (I)

NZ besteht im wesentlichen aus zwei Inseln. Am Dienstag Morgen haben wir uns auf den Weg nach Wellington gemacht, um auf die Südinsel überzusetzen. Wir sind sehr früh aufgebrochen, es sind 340 km nach Wellington zu fahren. Hier gibt es keine Autobahnen und es geht gemächlich mit 100 km/h vor sich. Die ersten 100 km führen direkt durch das Auenland (hier wurden große Teile des Films „Herr der Ringe“ gedreht). Die Hobbits schlafen aber leider noch, deshalb fällt unser Frühstück im „Brown Sugar Cafe“ (trotzdem vielen Dank für den Tip an Familie Pohl/Gjelsten) leider flach. Erst in Hunterville gibt es Eier und Toast. Wellington begrüßt uns gegen Mittag mit dem üblichen dicke Wolken – Wind – Wetter.
Das Mitnehmen eines Mietwagens auf die andere Insel ist unter der Androhung von diversen Strafen streng verboten. Man ruft 48 Stunden vor dem Ablegen der Fähre die Autovermietung an und bekommt eine Reservierungsnummer. Ich war reichlich gespannt, wie das abläuft. Wer schaut sich das Auto bei der Rücknahme an? Wie lange dauert die Procedure?
Also Auto in Petone (wir kennen uns da ja gut aus, lösen auch bei Mobil immer die Gutscheine von New World ein) vollgetankt, bei Comrades noch die unterschlagene Reisetasche von Lance Corporal R.D. Molineux gekauft

Jeder der so ein großes altes Mannschaftszelt kennt, weiß wie diese Tasche riecht. Einfach Klasse und nur 49 NZ$.

Jeder, der so ein großes altes Mannschaftszelt kennt, weiß wie diese Tasche riecht. Einfach Klasse und nur 49 NZ$.

(unser Hausstand hat sich etwas vermehrt und wir müssen unser Gepäck einchecken), dann zur Picton Ferry. Auto auf dem Parkplatz von Budget abgestellt, da ist kein Mensch. Dann erfahren wir, dass es im Terminal ein Drop-Box für die Schlüssel gibt. Das ist uns nicht so ganz richtig „deutsch“, aber was soll’s, rein damit.

Set Sail in Wellington

Set Sail in Wellington

Um 2.45 legt die Fähre („set Sail“ – toller Ausdruck im 21. Jahrhundert) ab. Eine wunderbare 3,5 Stunden Fahrt über die Cook Strait vergeht wie im Fluge (ruhige See, niemand wird seekrank).

Einfahrt in den Fjord Richtung Picton

Einfahrt in den Fjord Richtung Picton

Es bleibt die Frage, haben wir in Picton ein Auto? Bei Budget habe ich nach 90 Sekunden den Schlüssel für einen blitzblanken, voll getankten weißen Corolla.
Nach weiteren 140 km Fahrt und einem „yummi“ Thai Essen fielen wir totmüde in unser Motel-Bett.

A rising Moon over Mt. Ngauruhoe

Nach unserm Essen sitzen wir mit einem Glas Wein in der Lobby vor einem großen Panoramafenster und schauen auf den perfekt symmetrischen Kegel des Vulkans Mt. Ngauruhoe.
Der Berg liegt vor einer baumlosen Hochebene, es sieht ein wenig nach „Jenseits von Afrika“ aus.

Der Berg am folgenden Abend..

Der Berg am folgenden Abend..

Die untergehende Sonne lässt eine rosa gefärbte Wolke am Vulkankegel vorüber ziehen.
Ein wunderschöner Vollmond geht über dem Berg auf. Der Barpianist hinter uns spielt und singt die Zeilen:

On a dark desert Highway,
cool Wind in my Hair,
warm smell of Colitas,
rising up through the air..

Das ist so irrsinnig kitschig, dass man denkt, so etwas gibt es gar nicht. Der Laden hier ist das „Chateau Tongariro Hotel“ und hat die besten Jahre schon hinter sich. Das Hotel liegt einsam am Ende der Straße zum Mt. Ruapehu.

Das Hotel am Ende der Straße, dann kommt Mordor

Das Hotel am Ende der Straße, dann kommt Mordor

Von außen sieht es aus wie das „Grand Budapest Hotel“. Innen die gleichen Gestalten, nur die Eleganz fehlt den Gästen. Zum Fine Dinner („No Shorts, No T-Shirts“), werden zu den langen Hosen Trekkingsandalen und Joggingschuhe getragen. Der Blick auf das Programm des hauseigenen Kinos zeigt uns, dass gerade in diesem Moment „Grand Budapest Hotel“ gezeigt (was für ein Zufall!) wird.

Es gibt den sinnvollen Satz: „Die Hölle ist der Ort, an dem die Engländer kochen.. (Robert Lembke)„. Um diesem Ort zu entgehen, ist der Nachbar von der Insel seit Jahrhunderten reichlich in der Welt herum gekommen. Was ihm in der Fremde aber augenscheinlich fehlt, ist das English Breakfirst. Das ist mit dem McDonnalds-Syndrom der amerikanischen Soldaten vergleichbar. Wir haben schon an diversen Orten der Welt grauenhaftes English Breakfirst gehabt, das Hotel spielt aber in der Hitliste ganz weit oben mit. Morgen früh werden wir auf der Fahrt zur Picton Ferry unterwegs etwas frühstücken.

Art Deco in Napier

Auf unserem Weg zum Lake Taupo haben wir am 2.1. Napier einen Besuch abgestattet. Die Stadt wurde am 3. Februar 1931 durch ein gewaltiges Erdbeben (7,8) und die anschließenden Feuer komplett zerstört. Die (Innen)Stadt wurde anschließend im Art Deco Stil geplant und wieder aufgebaut. Die wunderbaren Pastellfarben entstanden aus der Not heraus. Farben waren teuer, wurden also verdünnt. Die Stadt war (bedingt durch den Feiertag) noch ein bisschen ausgestorben, wir konnten (bei wunderbarem Sommerwetter) alles zu Fuß erkunden. Tolle Häuser, aber leider auch nicht Erdbeben sicher.

A Happy New Year

Am Neujahrstag haben wir uns nach dem Frühstück auf den Weg nach Lake Ferry gemacht. Das ist eine Ansammlung von ein paar Häusern (Lake Ferry Settlement) und einem Hotel am Ende (hier sind die meisten Straßen irgendwo zu Ende, „No Exit“). Um ein paar Ecken befindet sich das kürzlich besuchte Cape Palliser. In den Reiseführern wird gern erzählt, dass die Kiwis alles große Sportfanatiker sind. Nach ein paar empirischen Untersuchungen in Damenmodengeschäften sind jedoch auch hier die „großen“ Größen deutlich in der Überzahl. Das mit dem Sport ist (wie überall in der westlichen Welt) so eine WASP ( & D.I.N.K.S.) Kiste.

Was hier aber augenscheinlich echter Volkssport ist, eine Angelrute in das Wasser zu halten.

Kiwis beim Angeln

Kiwis beim Angeln

In Lake Ferry gibt es eine große aus anthrazitfarbenen Schotter bestehende Düne (irgendwie auch einmalig in der Welt, auf der dutzende Kiwis Angeln. Hier werden 60 cm große Fische zu Ködern zerschnitten, wie groß soll da der eigentliche Fang sein?

Köderfisch, schon ein bischen abgenagt

Köderfisch, schon ein bischen abgenagt

Um die Düne zu befahren, haben die Natives aus Lake Ferry pro Person ein Quad (mit Hund). Damit schaukeln die hier den ganzen Tag in der Weltgeschichte herum.

In Lake Ferry hat augenscheinlich jeder ein Quad (plus Hund)

In Lake Ferry hat augenscheinlich jeder ein Quad (plus Hund)

Nach dem ersten wirklich ungültigen Kaffee in NZ

Der erste, nicht brauchbare "Short Black"

Der Erste, nicht brauchbare „Short Black“

(im Lake Ferry Hotel) saßen wir noch zwei Stunden am Strand herum, lasen (Bill Bryson „Amerika 1927“, absoluter Hammer!) und sahen den Kite Surfern zu.