Es ist Dienstag und wir machen uns nach dem Frühstück auf zur größten Attraktion der Kunstwelt des letzten Jahres. Louvre Abu Dhabi. Wir können das Bauwerk vom Balkon unseres Hotels sehen.
Wir überqueren mit dem Taxi eine Brücke auf dem Weg zu einer der vielen künstlichen Inseln. Auf Saadiyat Island entsteht ein neues Kulturviertel. Neben dem Louvre wird hier das Guggenheim Abu Dhabi und ein Nationalmuseum entstehen. Was wir bei unserer Ankunft sehen, ist sicherlich nach Angkor ein Highlight dieser Reise. Das Museum ist architektonisch schlicht überwältigend. Konzipiert ist die Sammlung des Louvre auf die Zeit von der Antike bis zum 21. Jahrhundert. Die Ausstellungen sind sorgfältig kuratiert (die Scheichs sind wahrscheinlich mit einer sehr großen Brieftasche einkaufen gegangen) und mit modernster Technik präsentiert.
Alles wirkt luftig, leicht und sehr stylisch. Nach dem Gang durch die Ausstellung kommt man in den Innenhof des Doms. Das Spiel aus Licht und Schatten, die wabenförmige Elemente der Kuppel und die glatten weißen Einbauten geben tolle Bilder.
Wir sind mit unserer Entscheidung, Abu Dhabi zu besuchen, im Reinen.
Monthly Archives: März 2018
Abu Dhabi(II) – Was macht man eigentlich hier?
Abu Dhabi ist warm und man kann den ganzen Tag baden. Aber warum um alles in der Welt sitzen Leute acht Stunden im Flieger, um im Schatten einer Shopping Mall an einem Pool zu liegen? Wenn man aus östlicher Richtung hier anreist, ist Abu Dhabi ein ausgesprochen uninspirierender Ort.
Hier ist alles künstlich. In leeren einfallslosen Häuserschluchten ist… niemand.
Es werden Unmengen von Apartmenthäusern gebaut, alles quadratisch, 20 Etagen hoch und die übliche Mischung aus Glas und Stahl. Jeder Block vier Häuser, dazwischen… nichts.
Den einzigen menschliche Kontakt in diesem Land hat man über Gastarbeiter aus Pakistan, den Philippinen, Bangladesch oder aus Afrika. Die sind sehr nett. Wenn man vorher in Cambodia war, weiß man, das ist nur professionell konditioniert. Die Einheimischen (Männer weißes Gewand, Frauen voll in Schwarz) bekommt man in freier Wildbahn kaum zu Gesicht.
Shopping wird hier als großes Ding verkauft. Unser Hotel schließt direkt an die Abu Dhabi Mall an. In Singapore ist Einkaufen ein großes buntes Erlebnis. Hier sind auch alle Nobelmarken der Welt vertreten, dazwischen jedoch… niemand. Alles wirkt hingestellt und langweilig. Gelangweilte Verkäufer ohne Publikum. Der einzige Laden in dem was los ist – Tchibo!
Vergnügungsparks? Yas Waterworld – Eintritt 55 Euro. Zum Baden?
Ferrari World – Eintritt 75 Euro. Da fahren nicht mal Autos im Kreis.
Hier laufen jede Menge Leute mit kleinen Kindern herum. Sind die alle hier um Geld zu verbrennen? Der Besuch des neuen Louvre war für uns der Grund nach Abu Dhabi zu reisen. Der hat am Montag geschlossen und wir können unseren Jetlag ausschlafen. Der Rest ist abgehakt.
Singapore im Rückspiegel
Singapore war der absolute Kontrast zu den voran gegangenen drei Wochen. Saigon und Singapore haben ähnliche Einwohnerzahlen. In Saigon herrscht das absolut anarchische Chaos, in Singapore gibt es Strukturen und Regeln. Die Leute wissen, dass es langfristig Sinn macht die Regeln zu befolgen („Obeying the Rules and Regulations“). Die Androhung von Strafen steht hier nicht im Vordergrund. Es ist eher das Bewusstsein, dass niemand in einem Moloch wie Mumbai, Saigon oder Shanghai leben möchte. Dabei findet hier das Leben in einem höllischen Klima statt. Es ist das ganze Jahr über 30°C warm und die Luftfeuchtigkeit liegt beständig bei über 60%. Die Stadt ist ein Meltingpot von Kulturen und Religionen. Das friedliche Zusammenleben setzt eines voraus – wirtschaftlichen Wohlstand. Wir haben uns vor unserem Abflug noch mit unserem Neffen David und seiner Frau Tessa getroffen, die in Singapore leben. Sie bestätigten uns das, was uns Taxifahrer, Kellner und Leute auf der Straße vorher schon erzählt haben – „Singapore is the best place to live in the world“.
Kein Müll, keine Verkehrsstaus, pünktlich fahrende und saubere Züge, viel Grün (gepflegte Parks) in der Stadt. Es ist völlig üblich, sein Handy auf den Stuhl zu legen, um diesen zu besetzen und sich hinterher in Ruhe sein Essen irgendwoher zu holen. Selbst Ladendiebstahl ist in der Stadt kein ernstes Problem. Es gibt wenige PR (Permanent Resident) und Staatsbürgerschaften in der Welt, die so begehrt sind, wie die von Singapore. Der erste Schritt dazu ist hier – Obeying the Rules. Lebe dein Leben, lebe deine Religion. Denke ein paar Schritte weiter. Was ist gut für dich? Was ist gut für die anderen?
Die Frage, ob das „Brave New World“ (Huxley) oder „Best Place in the World“ ist, muss sich dabei jeder selbst beantworten.
Liebe BER Erbauer,
wir sitzen jetzt auf dem Changi Airport und essen unsere letzten beiden „Tai Cheong’s egg tart“ und warten auf unseren Flug.

Hier (https://edition.cnn.com/travel/article/hong-kong-egg-tart-bakery/index.html) gibt es auch das Rezept dazu
Jeder der Flughäfen, auf denen wir gestartet und gelandet sind, war irgendwie neu und groß. So richtig neu gebaut.
Selbst in so „kleinen“ Orten wie Siem Reap gibt es einen neuen richtig funktionierenden internationalen Flughafen. In Singapore wird, auf engstem Raum und während des normalen Flugbetriebes ein neues (inzwischen das fünfte) Terminal gebaut. Das geht sogar vorfristig in Betrieb, weil man mit einem Flughafen eine Menge Geld verdienen kann.
Bitte hört auf den Lufthansa Vorstand. Reist den BER ab, macht ein Spaßbad oder eine Shopping Mall aus dem Ding. Damit habt ihr doch in Brandenburg Erfahrung. Fangt noch mal von vorn an.
Ach ja, sperrt ein paar verantwortliche Politiker (Wowereit, Platzek & Co.) ein.
Das ist mit Sicherheit Ansporn für den nächsten Versuch.
Abu Dhabi(I)
Es ist 23:00 Uhr und luftige 24°C als wir nach sieben Stunden Flug in Abu Dhabi ankommen. Die Etihad hat ein angenehmes Kontrastprogramm zur Aeroflot geboten. An die Herren bei der Einreise in ihren weißen Kanduras können wir uns noch erinnern. Spät abends sind die aber auch recht einsilbig. Nach dem Passieren des Iris Scanners werden wir als ungefährlich eingeschätzt und ins Land gelassen.
Hier ist in diesem Jahr „Year of Zayed“ anlässlich des 100. Geburtstages des Gründers der UAE Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan (copy-and-paste). An den Wänden des Flughafens riesige schwarz-weiß Fotos aus früheren Zeiten. Vier finster blickende Herren (vermutlich kommt uns das nur so vor) in einem Rolls-Royce Corniche, die wären in Neukölln garantiert in der Verkehrskontrolle gelandet.
Kompletter kultureller Break gegenüber Südostasien.
Vorbei an den üblichen Limousinen Service Verkäufern. ATM, neues Land, neues Geld – Dirham. Das ist heute der siebente Flug auf unserer Reise. Das Taxi, der Chauffeur trägt Anzug und Mütze, bringt uns zum Hotel. Unterwegs ein kurzer Stopp, um eine Nachtaufnahme der blau beleuchteten Scheich-Zayid-Moschee zu machen. Check In, das inzwischen achte Hotel der Reise. Duschen und dann einen 28 Stunden langen Tag ausschlafen.
„Syonan-to“ or „Light of the South“
Wir waren am Donnerstag im Singpore National Museum. Das Bauwerk ist eine interessante Fusion aus einem kolonialen Gebäude mit modernen Erweiterungsbauten.
Ich hatte vor einer Weile geschrieben, dass es für uns schwer ist das Alter von Asiaten zu schätzen. Scheint denen auch so zu gehen. Der Mann am Kartenverkauf hat uns heute ohne jeden Nachweis die Seniorenermäßigung (ab 60 Jahre) eingeräumt. Wir sind uns noch nicht ganz sicher, ob Bestürzung oder die Freude über gesparte 14 SGD überwiegen.
Hier trifft man an jeder Ecke auf den Namen Thomas Stamford Raffles, den Gründer der Stadt. Das Museum ist eine wunderbare Visualisierung der kolonialen Vergangenheit bis in die heutige Zeit. Singapore war aber auch der erste Dominostein, der das Gebäude des britischen Kolonialreiches zum Einstürzen brachte. Wenige Tage nach Pearl Harbour landeten die Japaner in Malaya. Nur sechzig Tage später am 15 Februar 1942 kapituliert ein glückloser Arthur Percival mit 85 Tausend Soldaten vor nur etwas über 30 Tausend Japanern. Winston Churchill bezeichnet das Ereignis als:
„the worst disaster and largest capitulation in British history“.
Die Stadt bekommt bis zum August 1945 die Tokioter Zeit und den Namen „Syonan-to“ („Light of the South“) und soll zum Leuchtturm der neuen asiatischen Wohlstandszone werden. Statt dessen Repression und Hunger. In der Ausstellung „Surviving Syonan“ ist diese Zeit aus der Sicht von Kindern sehr eindrücklich dargestellt.
Nach der Rückkehr der Briten im Jahr 1945 war jedoch nichts mehr wie es vorher war. Die Malayen und Inder sehen, dass das britische Empire am Ende war. Die Armee war in der Lage Revolten in abgelegenen Dörfern niederzuschlagen, konnte aber keiner ernsthaften Herausforderung widerstehen. Malaysia wird 1957 unabhängig, Singapore vereinigt sich 1963 für zwei Jahre mit Malaysia, trennt sich wieder und ist als Stadtstaat seit 1965 unabhängig. Der Besuch des Museums war eine interessante Reise durch die Zeit und brachte eine Menge neue Erkenntnisse.
Mass Rapid Transit (MRT)
Heute morgen haben wir auf CNN gesehen, dass Singapore mit einem Index von 116 auf NYC die teuerste Stadt der Welt ist. „Car ownership was the factor behind Singapore’s top ranking.“ Das hatte ich bereits bei unserer Ankunft beschrieben.
Als Alternative zum Autofahren gibt es hier ein preiswertes und gut ausgebautes Nahverkehrssystem. Alle Zugangssysteme sind voll elektronisch und funktionieren auf eine für uns erstaunliche Art und Weise. Der Erwerb einer Fahrkarte funktioniert hier sehr schnell, auf einem Touchscreen die Station klicken und Geld (sehr wenig, 1,50 SGD für 6 Stationen) einwerfen.
Auf die Fahrkarte ist eine Art Pfand (10 ct), das zur Mehrfachnutzung (bis zu sechs mal) animieren soll. Das funktioniert ebenfalls sehr einfach, das Pfand wird bei der dritten Fahrt wieder verrechnet, bei der sechsten Fahrt noch einmal gut geschrieben. „Refill not Landfill“ ist in Asien ein Motto zur Müllvermeidung. Die Bahnhöfe und Züge sind unglaublich sauber. Es gibt jede Menge hilfsbereites Personal. Die Choreografie des Ein- und Aussteigens ist bis ins letzte Detail geplant und funktioniert auch in der Rush Hour. Ein Teil der Züge fährt bereits autonom. Verspätungen sind ein Ereignis für die Zeitung. Hier findet alles in 4 Sprachen statt: englisch, chinesisch, malaiisch und indonesisch.
Das System ist lückenlos von Kameras überwacht. Die Strafen für Missachtung sind drastisch. Essen und Trinken in der Bahn kostet 500 SGD, Rauchen 1000 SGD.
- Hier ist alles unglaublich clean.
- Hier wird die benutzte Fahrkarte wieder aufgeladen.
- Hier ist exakt das Ein- und Aussteigen geregelt. Der Zug ist vom Bahnsteig durch eine Glaswand getrennt.
- Das würde man sich von der Bahn in Deutschland auch wünschen
- Das Bild ganz rechts ist keine Handgranate. Die Durian ist als Stinkfrucht berüchtigt.
Dazu findet hier aber eh niemand die Zeit. Wir machen uns heute in Europa Sorgen über den Grad der Abhängigkeit der Leute von ihrem Mobiltelefon. In Asien spielt das Handy noch in einer ganz anderen Liga. Ob im Dschungel von Cambodia oder 40 Meter tief unter der Erde in der Metro von Singapore, nahezu jeder ist mit seinem Handy verkabelt, als wäre es ein Körperteil.
Im Hotel beim Frühstück sitzen ganze Familien ohne ein Wort miteinander zu reden. Wer jetzt glaubt, hier wird die Zeitung gelesen, wird enttäuscht. Der Blick auf das Display zeigen Pokemon & Co., Egoshooter und WhatsApp. Ein Kleinkind mit Tablet (Anime) und Kopfhörern wird von der Mutter gefüttert. Das Kind merkt davon nichts.
Krank durch Dauerchatten, zusammen mit den psycho-sozialen Folgen solchen Verhaltens, werden wahrscheinlich die nächsten Jahre die Ärzte reich machen.
Was macht man eigentlich in Singapore? (II)
Ein weiteres Highlight der Stadt ist die Architektur. Da es nur begrenzt Raum gibt, ist man gezwungen in den Himmel zu bauen. Wir haben unser Hotel direkt an der Beach Road und blicken auf diverse sehr hohe Gebäude. Alles ist nach den Regeln des chinesischen Feng Shui gebaut und wirkt mit viel Luft und Grün sehr harmonisch.
In der Nähe steht ein bronzefarbenes Art Deco Gebäude „Parkview Square“. Hier haben im Jahr 2002 ein amerikanischer Architekt und ein hiesiges Büro ein Bauwerk, inspiriert vom Chanin Building in NYC, errichtet.
Im Gebäude befindet sich die „Atlas Bar“. Aus Gründen der Diskretion wird darum gebeten nicht zu fotografieren. Auf der Website der Bar kann (muss!) man sich das Interieur des Ladens ansehen.
Was macht man eigentlich in Singapore? (I)
Wenn man einen feuchten Keller hat und fürchtet, dass die Geldscheine verschimmeln, sollte man zum Biertrinken nach Singapore reisen. Alkohol ist hier irrwitzig teuer. Das Pint Bier in einer normalen Kneipe kostet ca. 16-18 SGD (10 Euro). Im Supermarkt ist eine Flasche New Zealand White Wine ab 55 SGD (33 Euro) zu haben. Den Vogel schießt der Smirnov Wodka (bei uns 9 Euro der halbe Liter) hier für 60 SGD (36 Euro) ab.
Das hält aber den Durst nicht auf. Wenige Meter aus unserem Hotel heraus, gibt es ein kleines Kneipenviertel (Haji Lane). Dort ist eine Pub, welcher Craft Beer aus dem „Garage Project Aro Valley“ in Wellington NZ ausschenkt. Treue Leser meines Blogs werden sich sicherlich an den Beitrag „Bierbrauen“ aus NZ entsinnen.
Das Geschäft scheint zu florieren, wenn es die Jungs aus dem kleinen Aro Valley bis nach Singapore geschafft haben. Ein wunderbares IPA und jeden Cent der 18 SGD wert.
Der erste ernsthafte Punkt zum hier sein ist Essen. Singapore ist ein gigantischer Meltingpot an der Schnittstelle zwischen dem Osten und dem Westen. Essen ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Asiaten. Das wird hier rund um die Uhr zelebriert. Das bisher kennen gelernte Essen in Vietnam und Cambodia wird hier noch einmal potenziert. Eine ganze Etage japanischer Restaurants, die aber auch alle etwas anderes zum Essen anbieten. Für uns ist das komplett verwirrend. Hier ist es aber gute Sitte, die Mahlzeiten mit riesigen, gut aussehenden Bildern (wir haben die Food Designer schon bei der Arbeit beobachtet) darzustellen.

In dieser Straße befindet sich ein chinesisches Restaurant neben dem nächsten. Dabei können wir als Deutsche feststellen, dass China etwas größer ist und es in der Küche große regionale Unterschiede gibt.
Die ganz modernen haben ihre Portionen aus Kunststoff nachgebildet in den Schauvitrinen stehen. Hier englisch gesprochen und so können wir uns die Mahlzeiten auch erklären lassen. Das ist auch immer eine ganz lustige Angelegenheit. Das Essen in Asien besteht aus recht leicht verdaulichen Zutaten und hatte bisher auch noch keinen wesentlichen Einfluss (in mehreren Hotelzimmern haben wir eine Personenwaage vorgefunden) auf unsere Konfektionsgrößen.
Singapore (I)
Gerade ist unser Flieger am Flughafen Changi in Singapore gelandet. Der Blick auf die Wand des Terminals zeigt die Position 1° 20′ 42.0360“ N. Wir sind jetzt noch 72 nautische Meilen vom Äquator entfernt. Von Siem Reap aus sind wir genau nach Süden (103° 58′ 59.5488“ E) geflogen. Trotzdem stellen wir die Uhren eine Stunde vor. Seit 1981 befindet sich Singapore in der gleichen Zeitzone wie West Australien. Politischer Wille lässt eben auch die Sonne auf- und untergehen.
Die Ankunft ist das maximale Kontrastprogramm zu Vietnam oder Cambodia. Freundliche Beamte, alles geht schnell und geräuschlos.
Die Fahrt mit dem Zug (Mass Rapid Transit) ist für 4,20 SGD für 2 Tickets (2,60 Euro) ausgesprochen preiswert. Die Züge sind schnell, pünktlich und sauber. Das Verkehrsnetz ist sehr dicht. Singapore will „Smart Nation“ werden.
Auto fahren ist auf der Insel hingegen ein Luxus, den sich nur wenige leisten können. Die Zahl der Zulassungen ist gedeckelt. Im Moment muss für eine Neuzulassung ein anderes Auto abgemeldet werden. Auf die rund 6 Millionen Einwohner entfallen nur 600 Tausend zugelassene Fahrzeuge. Autobesitzer müssen für ihr Auto ein zehn Jahre gültiges Zertifikat vom Staat erwerben. Dessen Preis, der leicht 50 Tausend SGD erreichen kann, wird über eine monatliche Versteigerung ermittelt. Autos werden steuerfrei importiert, die anfallenden Luxusabgaben verdoppeln aber sehr schnell den Preis. Hinzu kommen Straßengebühren, automatisch abgezogen über eine immer wieder aufzuladende Kreditkarte. Dafür gibt es keine Verkehrsstaus, das Straßennetz ist in einem guten Zustand.
Das Auto (auch ein kleines) ist hier ein Statussymbol – ich fahre, weil ich es mir leisten kann.
Nach dem Verlassen des Bahnhofes haben wir noch ein paar Meter zu laufen. Es ist inzwischen 21:30 Uhr es sind 27 Grad und ca. 80% Luftfeuchtigkeit. Das Hotel hält für uns ein gut klimatisiertes Apartment im 11. Stock mit Blick auf Straße von Singapore (die Verbindung zwischen dem Indischen Ozean und dem Golf von Thailand) bereit. Wie hier, vor der Erfindung der Air Condition, Menschen gelebt haben werden wir morgen heraus finden.
Cambodia im Rückspiegel
Wir verbringen die letzten Stunden in unserem Hotel am Pool, bevor uns der Fahrer zum Flughafen bringt. Heute Nachmittag geht unser Flug nach Singapore. Gestern haben wir noch das Angkor National Museum besucht und uns nachträglich etwas Wissen zur Geschichte der Khmer und der Angkor Dynastie angeeignet. Am Abend waren wir (vielen Dank Herr Heilmann) im „Malis“ (https://www.malis-restaurant.com/siemreap/) noch fulminant speisen.
Wir haben hier mit vielen unglaublich freundlichen Menschen zu tun gehabt. Sampeah ist die kambodschanische Art der Begrüßung und zollt dem anderen Respekt. Der morgendliche Weg zum Frühstück ist Begegnung und Begrüßung. Die ausgeglichene Art der Menschen, der Umgang mit Gästen ist in einer angenehmen Art weit entfernt von professioneller Servicekultur.
Dabei haben diese Menschen sehr schwere Zeiten hinter sich.
Ein geschickt aber glücklos agierender König Norodom Sihanouk versuchte in den späten 1960er Jahren das neutrale Cambodia aus dem Spiel der Mächte Nord- und Südvietnam, China, der Sowjetunion und der USA heraus zu halten. Leider vergebens. Die Nordvietnamesen bauen ihren Ho Chi Minh Trail, das war kein Pfad sondern Landnahme im großen Stil, auf dem Territorium Cambodias. Die Amerikaner bombardieren illegal das neutrale Land, es gibt dort bereits tausende von zivilen Opfern. Der König verurteilt den Krieg der Amerikaner. Dann folgen Putsch, der schreckliche Genozid (http://worldwithoutgenocide.org/genocides-and-conflicts/cambodian-genocide) der Khmer Rouge, die Invasion der Vietnamesen. Bürgerkrieg, Hunger und Vertreibung. Das Land verfällt in eine schreckliche Agonie. Es gibt Millionen Tote, die Dörfer sind zerstört und die Felder vermint. Erst zum Ende der 1990er findet das Land zur Ruhe. Pol Pot ist tot, die Vietnamesen sind abgezogen. Seit 2004 hat das Land wieder eine Regierung.
Gegen alle Widrigkeiten revitalisiert sich die Wirtschaft, stabile politische Verhältnisse machen das Land interessant für ausländische Investoren. Orte wie Phnom Penh, Siem Reap oder Sihanoukville sind die Leuchttürme eines neuen bescheidenen Wohlstandes.
An einem Hotelpool in Siem Reap kann man sich kaum ein Urteil über den Zustand des Landes erlauben. Die Menschen sind sehr arm. Die allein erziehende Kosmetikerin im Hotel erzählt Claudia, dass sie mit täglich 11 Stunden Arbeit und einem kleinen Zimmer in der Nähe des Hotels nur einmal pro Woche auf das Land zu ihrem Sohn fahren kann, der bei der Mutter lebt. Mit viel buddhistischer Geduld hoffen die Menschen auf ein besseres Leben in der Zukunft.
Wir können ihnen dabei nur alles Gute wünschen.





























































