Wenn man sich in einer masochistischen Phase befindet, sollte man zur Steigerung der Lust einmal mit der Delta von Tegel nach New York fliegen. Das Check-In am Schalter war noch recht einfach, es war leer. Der Grund dafür waren 2 Stunden Verzögerung im Abflug.
Die wurden, vermutlich aus Gründen der Geheimhaltung, leider im Internet nicht angezeigt. Wir waren die vorgeschriebenen 2 Stunden früher am Flughafen, hatten also noch 4 Stunden Zeit in Tegel zu verbringen. Bei sonnigem Wetter ein wenig draußen sitzen? Fehlanzeige. Das gesamte Gelände besteht aus verwahrlosten, wenn auch sehr teuren, Parkplätzen und improvisierten Terminals.
Irgendwann haben wir es dann zur Sicherheitskontrolle geschafft, die ging ebenfalls nur in Zeitlupe vor sich. Mittendrin ein junges Mädchen, das mit Fragen wie:
„Did you receive anything on the Airport?“
„Did you buy anything on the Airport?“
versuchte ihren Beitrag im Kampf gegen den internationalen Terrorismus zu leisten. Da Claudia ein „SSSS“ (Secondary Security Screening Selection) auf ihrem Boarding Pass hatte, durfte sie noch zum erweiterten Test auf Sprengstoff.
Alles ging sehr, sehr langsam und gründlich vor sich. Es ist eng, warm und die Luft riecht nicht gut. Alle sind genervt, nach Spanien fliegen ist deutlich einfacher. Es gibt in unserer Politik Leute, die wollen wieder die Grenzen dicht machen. Guten Flug.
Der Transitraum wurde auch zu Zeiten gebaut, in denen sich noch niemand vorstellen konnte, dass es einmal große Flugzeuge geben würde. Es gibt 50 Sitze mit Plastikschalen und eine (!) Toilette. Irgendwann haben wir es dann aber doch in den Flieger geschafft. Der Kapitän versprach richtig Gas zu geben und etwas von der Verspätung aufzuholen.
Eine kleine Ergänzung. Es gab gerade etwas zu Essen. Das Besteck war aus sehr, sehr weichem grauen Kunststoff.
- Positiv: die Halsschlagader der Stewardess ist sicher.
- Negativ: das kleine Tütchen mit der Aceto-Balsamico-Olivenöl-Mischung ließ sich mit dem Messer leider nicht auf sägen.
Jeder depressive, Selbstmord gefährdete Insasse einer geschlossenen Anstalt bekommt zum Essen schärferes Werkzeug in die Hand.