Unser Platz in der Sonne in Tegel waren an die Wand verschraubte graue Stahlsitze im An- und Abfahrtbereich des Terminals A. Auf einem der grauen Sitze neben uns liegt eine flauschige, graue Hülle. In der Hülle ist ein nagelneues Mac Book. Weit und breit niemand, dem das Ding gehören könnte. Beim Aufklappen sehe ich als Anmeldenamen „Rob Ewans“. Was tun? Der Junge sitzt vermutlich schon tränenüberströmt im Flieger nach London.
Fundbüro? Das Mac Book wird dann am Ende des Jahres versteigert und mit dem Erlös kann der Berliner Senat weitere drei Minuten das Licht auf der BER Baustelle brennen lassen. No Way!
Einpacken und im Handgepäck in die USA ein- und ausführen? Rob Ewans ist eventuell der Verfasser der Grabrede vom Ossama Bin Laden, da verstehen die Amis definitiv keinen Spaß.
Also gebe ich das Teil erst mal bei einem etwas mürrischen Russen bei der Gepäckaufbewahrung ab. Bei der Rückkehr hätten wir versucht, den Besitzer (Mailaccount) ausfindig zu machen.
Kurze Zeit später sehen wir einen Englishman (die sehen immer so aus, als wären sie mit Prinz Charles verwandt) traurig seine Runden ziehen.
„What are you looking for?“
„My Laptop, oh my God…“
„What‘s your Name?“
„Rob.“
„Ewans?“
Der mürrische Russe bekam von Rob 7,50 Euro für einen Kalendertag Aufbewahrung.
Es ist so einfach, Menschen glücklich zu machen.