Monthly Archives: Dezember 2014

Wellington Night Market

Nach unserem Abendessen (Restaurant 88, finest Asian Food) machten wir uns in Richtung Cuba Street zum wöchentlichen Wellington Night Market auf. Dort stehen in einem schmalen Durchgang von der Cuba zur Victoria Street (Left Bank) jede Menge Buden mit internationalem Essen.

Koch aus Indonesien bei der Arbeit

Koch aus Indonesien bei der Arbeit

Die Geschichte wird eindeutig von Asiaten dominiert. Während wir in Deutschland hauptsächlich von Vietnamesen (zumindest in Berlin) bekocht werden, ist hier deutlich mehr Bandbreite vorhanden. Von Japan bis Malaysia, von Indien bis Indonesien wird dort gekocht. Kleine Mahlzeiten (und Preise) alles auf die Hand.
Ein Japaner zauberte (sehr grazil) kleine Pfannkuchen, die mit Gemüse und Oktopus gefüllt waren. Richtige Kunstwerke zum Essen.
Europa ist auch vertreten Poffertjes aus Holland, ein Franzose (sah aber auch recht asiatisch aus) und last but not least..Fritz Wiener (Bavarain Sasuages). Die sahen aber (Bratwurst Lamb 7 NZ$) irgend wie nicht recht gültig aus. Dazu gab es als kulturellen Teil eine Opernsängerin,

Opernsängerin

Opernsängerin

die sich vor dem versammelten Publikum produzierte. Anschließend eine Band, drei Herren alle so Baujahr ..naja unser Alter, mit selbst gemachten Gitarrenmusik.
Das in der Straße angesiedelte Antiquariat hatte einen ausgezeichneten Vorrat an Büchern der neueren Geschichte. Ich stelle immer wieder fest, dass in Deutschland nur ein Bruchteil dieser Publikationen zu haben ist.

Antiquariat, leider nur zum Ansehen.

Antiquariat, leider nur zum Ansehen.

Das führt leider zu einem sehr einseitigen, verdünnten Geschichtsbild, geprägt von Guido Knopp & Co. Aber Bücher wiegen leider halt ’ne Menge. Ich hab dann von Erwerbungen abgesehen. Ganz ausgezeichneter Abend.

Kim

Ein prominenter (wahrscheinlich neben Peter Jackson der prominenteste) Bewohner Neuseelands ist Kim „Dotcom“ Schmitz. In einer spektakulären Razzia wurde im Jahr 2012 seine Villa bei Auckland durchsucht und diverse Dinge (im Wert von ca. 175 Mio. US$) beschlagnahmt. Der in Berlin lebende neuseeländische Künstler Simon Denny hat aus der Liste der beschlagnahmten Sachen die Konzeptausstellung „The Personal Effects of Kim Dotcom“ gestaltet. Die Ausstellung war heute den letzen Tag in einer Galerie auf dem Campus der Uni kostenfrei zu sehen. Der Künstler setzt sich kritisch mit der Content-Mafia (Warner, Sony usw.) deren Handlanger FBI und dessen verlängerten Arm NZ Police auseinander. Die Razzia und die vorhergehenden Abhöraktionen wurden im nach hinein für illegal erklärt.
Auf 110 Leinwänden wird die FBI-Liste visualisiert.

Bladeserver, im Hintergrund die Leinwände.

Bladeserver, im Hintergrund die Leinwände.

Der Account (die meisten Stücke sind Bank-Accounts) bei der Deutschen Bank ist mit einem Konterfei von Josef Ackermann verziert. Eine Reihe seiner Nummernschilder („Evil“, „CEO“, „Hacker“ usw.) erstreckt sich über eine Wand auf 2 Etagen.

An der Wand eine Sammlung der Nummernschilder

An der Wand eine Sammlung der Nummernschilder

Dotcom’s exzentrischer Lebensstil wird mit großen Autos, Motorrädern und Bildern seiner Villa dokumentiert. Schmitz kämpft heute noch gegen seine Auslieferung in die USA. Als Unterstützer seiner (bereits wieder gescheiterten) Internet Partei treten Julian Assange, Edward Snowden und Glenn Greenwald auf. Eine sehenswerte Ausstellung zu einem sehr kontroversen Thema.

Bierbrauen

Neben dem Kaffee ist vermutlich die nächste große Leidenschaft der Hobbits das Bierbrauen. Fünf Minuten von unserem Haus entfernt befindet sich eine alte aufgegebene Tankstelle. Sie ist die Heimat der Brauerei „Garage Project“. Dort brauen enthusiastische junge Menschen, aus allem was irgend wie möglich ist, Bier. So phantasievolle Getränke wie „Pils ‘n’ Thrills“, „Death from Above“ (Brewed with: Mango, Vietnamese Mint, Chili und einer Hommage an Apocalypse now („Walkürenritt“) auf dem Etikett) entstehen dabei.

Dazu die Bierbrauer:

„The beer was originally going to be called Hopocalypse Now, a hoppy pun pop reference to the cult movie by Francis Ford Coppola. The only problem was that there are 12 other Hopocalypse beers in the world. Perhaps one more wouldn’t have mattered – but not everyone agreed with us. So we made the decision to change the name to Death from Above, the motto of the US Airborne Division, a lateral reference to the famous Ride of the Valkyries scene from Apocalypse Now…“

Nachdem wir uns durch diverse Sorten gekostet haben, wurde eine Flasche (1,25 Liter) „Hapi Daze“ (Brewed with: Motueka, Wai-iti, Riwaka, Nelson Sauvin) erworben. Cheers!

Reste eines erfolgreichen Selbstversuches

Reste eines erfolgreichen Selbstversuches

Project Jonah

Am Sonntag war der erste Tag, der ein bisschen auf den Sommer hoffen lies. Wir also raus und an die Strände. Es war auf der Seeseite noch recht windig und kühl, die Strände an der Bucht lagen in Lee und waren auch recht gut besucht. Jedoch kein Vergleich zu dem Gedränge auf den Uferstraßen in Warnemünde oder Viareggio. Hier geht das alles sehr beschaulich zu. Wir entdeckten plötzlich eine größere Anzahl von jungen Menschen, die im Wasser (noch recht kalt) herum standen und einen kleinen Wal hin und her schoben. Nach dem wir das Ventil am Bauch des Wales (zum Aufblasen) entdeckt hatten, war klar, dass es sich nur um eine Übung handelte.

Zum Glück nur aus Gummi und nicht tot.

Zum Glück nur aus Gummi und nicht tot.

Die Helfer vom Project Jonah („Saving Whales since 1974“) wurden mit großer Ernsthaftigkeit in diverse Techniken der Rettung gestrandeter Tiere eingewiesen. Ein interessantes Engagement für die Tierwelt.

Shorts

Wer denkt in Deutschland am 9.Dezember daran, Shorts in die Reisebekleidung zu packen?
Wir irgend wie nicht. In Wellington gibt es jede Menge Läden, die auf Outdoor-Equipment spezialisiert sind. Ich hab jedoch bereits in Deutschland immer ein Problem mit den Preisen, in NZ legen die gern noch ein bisschen was drauf.
Was ist also die zweite Religion, die im Freien stattfindet? Richtig, Army!

Konsumtempel für Grunge

Konsumtempel für Grunge

Cooler Mantel, sowas wird heute gar nicht mehr hergestellt.

Cooler Mantel, sowas wird heute gar nicht mehr hergestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Internet weiß zum Glück auch, wo sich die einschlägigen Shops in der Gegend verbergen, also auf zum „COMRADES WAREHOUSE STORE“ in Petone. Der Laden war echt der Knaller. Wunderbare schwedische Militärmäntel (leider zu warm für die Jahreszeit), Steppjacken der ungarischen Armee aus den 50er Jahren (im Chinese Style). Eine Khaki Shorts für 29 NZ$ und ein Hemd (australisch) waren die Ausbeute.

UND.. amazing, incredible.. Das zeig ich aber erst zu Hause.

Weihnachtsmarkt

Auf dem Weg von Wellington nach Martinborough kommt man durch Featherston. Bedingt durch einen Halt (Kaffee trinken) erfuhren wir, dass ab 4:00 p.m. dort der jährliche Weihnachtsmarkt stattfindet. Da Featherston auf unserem Rückweg lag, wollten wir das auf keinen Fall verpassen.

Grunge in Featherston, Nirvana lebt!

Grunge in Featherston, Nirvana lebt!

Der Modestil in NZ ist Grunge, in Featherston leben definitiv die Trendsetter dafür. Es gibt Rentiergeweihe mit Flip-Flops. Bratwürste des örtlichen Cateringservice mit Namen „Guten Apetit“ (genau so geschrieben). Asiaten, die sich mit der Herstellung von Weihnachtsgebäck beschäftigen. Dazu eine Band mit Countryschnulzen.

 

Weihnachtsmarkt in NZ

Weihnachtsmarkt in NZ

Der komplette Ort (vermutlich auch das Umland) sind auf den Beinen und amüsieren sich prächtig.

Cape Palliser Lighthouse

Heute haben wir uns mal aufgemacht ein bischen die Gegend zu erkunden und ein paar Optionen für die Zeit nach Wellington zu schaffen. In Martinborough (schöner Ort mit Weinanbau) werden wir Silvester feiern. Einmal in der Gegend beschlossen wir ans Land’s End zum Cape Palliser (ca. 40 Minuten von Martinborough) zu fahren. Graues Wetter, schwarzer Sand. Ein paar Biker für ein Fachgespräch.

Nicht draufsetzen, stinkt wie Hulle!

Nicht drauf setzen, stinkt wie Hulle!

Ach ja, wenn der Stein neben dir nach ranzigem Frittenfett stinkt ist es eine Robbe.

Hobbits(II)

Da Film gucken sehr durstig macht, sind wir auf ein Bier in eine der unzähligen Kneipen in der City gegangen. In dem Laden gibt es Erdnüsse, aber frisch mit Schale. Die werden dort augenscheinlich im Kubikmeter täglich gegessen und die Schalen wandern auf den Fußboden. Sieht recht funky aus.
Mit unserm Bier in der Hand (hier gibt es sehr viel Self-Service) sind wir in eine Runde bereits sehr lustiger Hobbits in 20er Jahre Verkleidung geraten. Sie erklärten uns, dass Sie ihre Betriebsweihnachtsfeier unter dem Motto „Berlin 1920“ veranstalten. Einmal als quasi Berliner geoutet hatten wir noch eine lustige Stunde.

Hobbits(I)

Gestern haben wir einen zweiten Versuch unternommen in die City zu gelangen. Der Erste, mit dem Auto, scheitert grandios an fehlenden Möglichkeiten zum Parken. Das trotz astronomischen Preisen.
Wir waren knapp in der City angelangt als es anfing zu regnen. Und das nicht wenig. Nach ein wenig lustlosem Sightseeing sind wir im Kino (Reading Cinema, so was wie UCI in Deutschland) gelandet. Richtig, „The Hobbit: The Battle of the Five Armies“. Der Film, na ja was will man erwarten? Peter Jackson hat aus den letzen 50 Seiten des Buches einen zwei Stunden langen Film gemacht. Das Ende war ein wenig lang und erinnerte mich daran, wie man 60 Minuten lang Leonardo Di Caprio in „Titanic“ beim Ertrinken zusehen konnte.

At Home in Wellington

Nachdem wir den Fängen des internationalen Luftverkehrs entronnen waren machten wir uns auf den Weg unser Zuhause für die nächsten 3 Wochen zu finden. Dank Navigon (Version NZ) auch kein Problem. Durham Crescend im Aro Valley. Dort leben Helene, Rolf und Peter, die sich zur Zeit in Deutschland befinden. Sie haben uns in einem unglaublichen Akt der Großzügigkeit ihr Haus anvertraut.

Claudia mit Ausblick auf die Bucht

Ausblick auf die Bucht

Aus dem Fenster des Wohnzimmers haben wir einen atemberaubenden Blick auf die Wellington Bay. Hier haben wir in den letzten Tagen dem schlechten Wetter getrotzt und unseren Jetlag ausgeschlafen.

Claudia baut einen deutschen Rasen

Claudia baut einen deutschen Rasen

 

 

Ach ja, Claudia hat auch Hilfe im Garten, sprich Rasen mähen, zugesagt.