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Wellington(I)

Auf dem Flug nach NZ erhält man ein Formular, die „NEW ZEALAND PASSENGER ARRIVAL CARD“. Um zu verhindern, dass der Ausfüllende bei der Sache den nötigen Ernst vermissen lässt, wird im ersten Satz bereits mit einer Geldstrafe von 400 NZ$ bei falschen Angaben gedroht.
Es gibt alle möglichen Fragen zu Dingen, welche man nicht nach NZ mitbringen darf. Biosecurity Risk ist dabei das Top Thema. Uns war das Problem bekannt, wir haben nichts essbares eingepackt. Zettel ausgefüllt und alles mit „No“ angekreuzt.
Bereits vor der Kofferausgabe beschnüffelte ein kleiner freundlicher Hund die Handtaschen der einreisenden Frauen. Am Customs Service wird jedes Gepäckstück noch einmal gescannt.

„Ist alles in Ordnung?“

Natürlich nicht!

„Haben Sie die Arrival Card eigenhändig ausgefüllt?“ – „Yes Ma’am“
„Haben Sie den Punkt: Items that have been used for outdoor activities.. mit No beantwortet?“ – „Yes Ma’am“
„Haben Sie den Koffer selbst gepackt?“ – „Yes Ma’am“
„Sind das Hinking Boots in Ihrem Koffer?“ – „Yes Ma’am, but cleaned exactly after use“
„Soso, dann wollen wir doch mal sehen..“

Ein Blick auf die Sohle machte uns klar, dass zwischen unserer Vostellung von clean und der des NZ Customs Welten liegen. Es gab noch ein paar winzige Überreste der Sächsischen Schweiz (Combat Survival) im Profil. Ma’am sah mich an, als sei ich auf dem Weg die komplette Tier und Pflanzenwelt in NZ auszurotten.

„Mein Officer wird jetzt diese Schuhe reinigen.“ – „Ma’am, I don’t know.., I misunderstood..“

Nach 60 Sekunden stand dann der Officer mit meinen Schuhen wieder bei uns. Mann hätte von den Sohlen vermutlich keimfrei essen können. Beide Schuhe in Folie verpackt. Nach einer weiteren strengen Belehrung wurde (wir sahen echt Mitleid erregend aus) von den 400 NZ$ Zwangsgeld abgesehen. Ma’am half mir die Sachen in den Koffer zu verpacken und wünschte uns sehr freundlich einen schönen Aufenthalt.

Mekka

Im Flughafen findet man in jedem öffentlichen Bereich Gebetsräume (Frauen und Männer getrennt) in unglaublicher Dichte. Auch der Besuch einer Herrentoilette zeigt neben den üblichen Einrichtungen einen extra Raum für die Waschung der Füße. An der Decke des Hotelzimmers befindet sich ein Pfeil, der nach Mekka weist. Die Fluggesellschaft von Abu Dhabi nach Sidney war die Etihad Airways. Dort wird vor dem Start ein Reisegebet über die Lautsprecher gebracht. Auf den Monitoren kann man es mitlesen, sofern man der arabischen Schrift mächtig ist. Auch im Flug gibt es auf den Monitoren eine ständige Anzeige zu Richtung und Entfernung nach Mekka. Der Platz zum Ausbreiten eine Gebetsteppichs ist aber leider auch bei Etihad nicht vorhanden.

Abu Dhabi

Nach 6 Stunden Flugzeit landen wir mitten auf einer riesigen Baustelle. Auf einer Fläche die 5 mal so groß wie der BER ist, drehen sich 24 Stunden am Tag die Kräne. Das alles bei laufendem Flugbetrieb. Vermutlich werden die das Ding sogar fertig bauen. Der Tower hat die Form eines arabischen Krummsäbels und droht damit säumigen Bauleitern, Architekten oder Brandschutzplanern.
Dort gelandet wurden wir sehr freundlich (Claudia noch etwas freundlicher) von Herren in weißen Gewändern mit Kufiya (sieht ein bisschen wie ein Geschirrtuch aus) an der Passkontrolle begrüßt.
Im Hotel nach 22:00 Uhr noch hervorragende Küche. Das arbeitende Personal rekrutiert sich aus der gesamten asiatischen Welt. Die einheimische Bevölkerung (Männer, Frauen sind stark verhüllt) hat auf diesem winzigen Spot alle Klischees erfüllt. Vergoldeter Porsche in der Eingangshalle des Terminals, dicke Uhren und Autos mit dicken Motoren.

Fliegen in der Economy Class

In ihrem früheren Leben war Silvia Sommerlath Stewardes. In Ausübung dieser Tätigkeit hat sie einen Herren Namens Gustav kennen gelernt und später geheiratet. Beide sind jetzt das schwedische Königspaar.
Heute ist die Berufsbezeichnung FlugbegleiterIn. In der Economy Class kann man im Hermelinmantel mit einer Krone auf dem Kopf sitzen und wird vermutlich nicht einmal dann von den überarbeiteten Damen wahr genommen. Kurz und Gut, Fliegen ist alles andere als glamourös.

Mit dem wachsenden Preisdruck wird diese Art der Fortbewegung immer schlimmer. Um den Transport von Schlachtvieh kümmern sich weltweit operierende Organisationen, irgend wann wird es so etwas hoffentlich auch für Flugpassagiere geben. Nach 3 Airlines, 24 Stunden Flugzeit (netto) und 12 Stunden Zeitverschiebung waren wir dann sehr froh, dieser Maschinerie endlich entronnen zu sein.