Für den Preis einer guten Restaurantmahlzeit kann man sich in Vietnam von einem Chauffeur in einem SUV die 140 km von Hue nach Hoi An fahren lassen. Wir hatten keine richtige Lust auf die Wiederholung des Erlebnises Eisenbahn, also entschlossen wir uns zu dieser etwas großbourgeoisen Art des Reisens. Rucksäcke in den Kofferraum, das Servicepersonal steht winkend(!) am Tor und es geht los.
Unser Fahrer stellt sich als Mister Binh vor.
Er ist das exakte Abbild eines unglaublich seriösen Chauffeurs. Das Autofahren geht hier recht gemächlich vor sich. Wenn mal richtig „Gas“ gegeben wird, sind das 80 km/h. Mehr gibt auch die Qualität der Straßen nicht her. Mister Binh nimmt für uns die touristischen Nebenstrecken. Die Fahrt geht vorbei an atemberaubenden Landschaften.
Wir können uns an einer riesigen Lagune die vietnamesische Variante der Austernzucht ansehen. Hier werden einfach längs aufgeschnittene Fahrradreifen in das Wasser geworfen. Die Austern wachsen daran fest und nach einer Weile wird das ganze Zeug wieder aus dem Wasser gezogen. Das Trennen der Austern von den Reifen findet in Handarbeit am Straßenrand statt.
Aber alles sieht frisch aus und in den umliegenden Restaurants kann man die Austern essen. Es war leider für unseren Geschmack noch zu früh für Austern. Kurz vor Da Nang trennt der Wolkenpass (496 m Höhe) geografisch Nord- von Südvietnam. Hier oben gibt es nur ein paar alte Bunker zu sehen. Der Pass war den ganzen Krieg über heftig umkämpft. Charlie versuchte (mit wechselnden Erfolgen) die Nationalstraße Nr. 1 als einzige Nord-Süd Verbindung zu unterbrechen.
Nach 3 Stunden interessanter Fahrt sind wir dann in Hoi An angekommen.
