Siem Reap

Nach unserem etwas holperigen Start in Cambodia sind wir im Hotel (http://retreat.goldentempleretreat.com/) gelandet und wurden mit jeder nur erdenklichen Freundlichkeit überhäuft. Als wir dem Bellcaptain unsere Einreise schilderten, hatte er nur einen Satz: „..that’s the normal corruption here“. Cambodia hat mit dem Riel eigentlich eine eigene Währung. Die ist hier aber nicht im Gebrauch, alles geht in US$. Die ATM spucken Dollars aus, alles wird in Dollar bezahlt. Das ist gegenüber der schwindsüchtigen Währung in Vietnam eine echte Erholung, man hat wieder richtiges Geld in der Hand. Die Preise sind sehr moderat, das große Bier in der Happy Hour kostet 50 US Cent. Siem Reap ist mit 100 000 Einwohnern im Vergleich zu Saigon eine Kleinstadt. Hier geht es sehr beschaulich zu. Der Straßenverkehr ist ungefährlich, daher haben wir heute morgen beschlossen uns ein Fahrrad zu leihen, um zum Angkor Ticket Office zu fahren. Für 4 US$ pro Tag gibt es ein Mountainbike (Giant) mit Scheibenbremsen in sehr gepflegten Zustand. Bei den Temperaturen ist Radfahren sehr angenehm. Wir haben jetzt einen 3 Tage Pass für die Angkor Ausgrabungen erworben. Am Nachmittag beschließen wir spontan die 8 km nach Angkor Wat zum Sunset zu radeln.
Das war leider kein Vergnügen.
Die Straßen sind in einem erbärmlichen Zustand. Radfahrer werden durch die anderen Verkehrsteilnehmer zwar toleriert, aber jede Kreuzung ist ein neues Abenteuer. Die Vorfahrtregeln, falls es so etwas gibt, sind komplett unklar. Die Straßenränder bestehen aus riesigen Löchern, man fährt bei 32 Grad in ziemlich verschmutzter Luft.
In völliger Unkenntnis der Lage sind wir erst einmal zum Westtor gefahren. An einem Checkpoint ca. 1 km vor dem Tempel werden die Tickets gelocht. Wir schließen die Räder an und ich springe noch in meine gerade erworbene Khmer Hose (wegen der bedeckten Knie).

Gute Hose für 5 Dollar, schnell rein und raus. Das mit den Knie hat hier aber auch niemanden interessiert.

Gute Hose für 5 Dollar, schnell rein und raus. Das mit den Knie hat hier aber auch niemanden interessiert.

Schon am Zugang glaubten wir eher auf dem Weg nach Disneyland als in einen Tempel zu sein.

Der Westeingang ist zum Nachmittag recht überlaufen

Der Westeingang ist zum Nachmittag recht überlaufen

Neben den üblichen Händlern (viele Kinder) unsere asiatischen Mitbürger, die dort augenscheinlich nur der Selfies wegen hinreisen. Auf Allem wird herum geklettert, überall wird gepost (gibt es das Wort eigentlich?) und lautstark telefoniert. Reiseführer mit elektronischer Verstärkung für ihre 30 chinesischen oder koreanischen Touristen, alle in gleich T-Shirts, geben die Geschichte von Angkor zum Besten.
Nach einer Stunde wollen wir aus dem Gewühl nur noch raus. Dir Rückfahrt gestaltet sich nicht besser. Der Verkehr hat noch zugenommen, wir sind mitten in der Rush hour. Dann haben wir es geschafft, das Fahrrad abgeben und ein kaltes Bier.

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