Wir verbringen die letzten Stunden in unserem Hotel am Pool, bevor uns der Fahrer zum Flughafen bringt. Heute Nachmittag geht unser Flug nach Singapore. Gestern haben wir noch das Angkor National Museum besucht und uns nachträglich etwas Wissen zur Geschichte der Khmer und der Angkor Dynastie angeeignet. Am Abend waren wir (vielen Dank Herr Heilmann) im „Malis“ (https://www.malis-restaurant.com/siemreap/) noch fulminant speisen.
Wir haben hier mit vielen unglaublich freundlichen Menschen zu tun gehabt. Sampeah ist die kambodschanische Art der Begrüßung und zollt dem anderen Respekt. Der morgendliche Weg zum Frühstück ist Begegnung und Begrüßung. Die ausgeglichene Art der Menschen, der Umgang mit Gästen ist in einer angenehmen Art weit entfernt von professioneller Servicekultur.
Dabei haben diese Menschen sehr schwere Zeiten hinter sich.
Ein geschickt aber glücklos agierender König Norodom Sihanouk versuchte in den späten 1960er Jahren das neutrale Cambodia aus dem Spiel der Mächte Nord- und Südvietnam, China, der Sowjetunion und der USA heraus zu halten. Leider vergebens. Die Nordvietnamesen bauen ihren Ho Chi Minh Trail, das war kein Pfad sondern Landnahme im großen Stil, auf dem Territorium Cambodias. Die Amerikaner bombardieren illegal das neutrale Land, es gibt dort bereits tausende von zivilen Opfern. Der König verurteilt den Krieg der Amerikaner. Dann folgen Putsch, der schreckliche Genozid (http://worldwithoutgenocide.org/genocides-and-conflicts/cambodian-genocide) der Khmer Rouge, die Invasion der Vietnamesen. Bürgerkrieg, Hunger und Vertreibung. Das Land verfällt in eine schreckliche Agonie. Es gibt Millionen Tote, die Dörfer sind zerstört und die Felder vermint. Erst zum Ende der 1990er findet das Land zur Ruhe. Pol Pot ist tot, die Vietnamesen sind abgezogen. Seit 2004 hat das Land wieder eine Regierung.
Gegen alle Widrigkeiten revitalisiert sich die Wirtschaft, stabile politische Verhältnisse machen das Land interessant für ausländische Investoren. Orte wie Phnom Penh, Siem Reap oder Sihanoukville sind die Leuchttürme eines neuen bescheidenen Wohlstandes.
An einem Hotelpool in Siem Reap kann man sich kaum ein Urteil über den Zustand des Landes erlauben. Die Menschen sind sehr arm. Die allein erziehende Kosmetikerin im Hotel erzählt Claudia, dass sie mit täglich 11 Stunden Arbeit und einem kleinen Zimmer in der Nähe des Hotels nur einmal pro Woche auf das Land zu ihrem Sohn fahren kann, der bei der Mutter lebt. Mit viel buddhistischer Geduld hoffen die Menschen auf ein besseres Leben in der Zukunft.
Wir können ihnen dabei nur alles Gute wünschen.