Heute morgen haben wir auf CNN gesehen, dass Singapore mit einem Index von 116 auf NYC die teuerste Stadt der Welt ist. „Car ownership was the factor behind Singapore’s top ranking.“ Das hatte ich bereits bei unserer Ankunft beschrieben.
Als Alternative zum Autofahren gibt es hier ein preiswertes und gut ausgebautes Nahverkehrssystem. Alle Zugangssysteme sind voll elektronisch und funktionieren auf eine für uns erstaunliche Art und Weise. Der Erwerb einer Fahrkarte funktioniert hier sehr schnell, auf einem Touchscreen die Station klicken und Geld (sehr wenig, 1,50 SGD für 6 Stationen) einwerfen.
Auf die Fahrkarte ist eine Art Pfand (10 ct), das zur Mehrfachnutzung (bis zu sechs mal) animieren soll. Das funktioniert ebenfalls sehr einfach, das Pfand wird bei der dritten Fahrt wieder verrechnet, bei der sechsten Fahrt noch einmal gut geschrieben. „Refill not Landfill“ ist in Asien ein Motto zur Müllvermeidung. Die Bahnhöfe und Züge sind unglaublich sauber. Es gibt jede Menge hilfsbereites Personal. Die Choreografie des Ein- und Aussteigens ist bis ins letzte Detail geplant und funktioniert auch in der Rush Hour. Ein Teil der Züge fährt bereits autonom. Verspätungen sind ein Ereignis für die Zeitung. Hier findet alles in 4 Sprachen statt: englisch, chinesisch, malaiisch und indonesisch.
Das System ist lückenlos von Kameras überwacht. Die Strafen für Missachtung sind drastisch. Essen und Trinken in der Bahn kostet 500 SGD, Rauchen 1000 SGD.
- Hier ist alles unglaublich clean.
- Hier wird die benutzte Fahrkarte wieder aufgeladen.
- Hier ist exakt das Ein- und Aussteigen geregelt. Der Zug ist vom Bahnsteig durch eine Glaswand getrennt.
- Das würde man sich von der Bahn in Deutschland auch wünschen
- Das Bild ganz rechts ist keine Handgranate. Die Durian ist als Stinkfrucht berüchtigt.
Dazu findet hier aber eh niemand die Zeit. Wir machen uns heute in Europa Sorgen über den Grad der Abhängigkeit der Leute von ihrem Mobiltelefon. In Asien spielt das Handy noch in einer ganz anderen Liga. Ob im Dschungel von Cambodia oder 40 Meter tief unter der Erde in der Metro von Singapore, nahezu jeder ist mit seinem Handy verkabelt, als wäre es ein Körperteil.
Im Hotel beim Frühstück sitzen ganze Familien ohne ein Wort miteinander zu reden. Wer jetzt glaubt, hier wird die Zeitung gelesen, wird enttäuscht. Der Blick auf das Display zeigen Pokemon & Co., Egoshooter und WhatsApp. Ein Kleinkind mit Tablet (Anime) und Kopfhörern wird von der Mutter gefüttert. Das Kind merkt davon nichts.
Krank durch Dauerchatten, zusammen mit den psycho-sozialen Folgen solchen Verhaltens, werden wahrscheinlich die nächsten Jahre die Ärzte reich machen.










