Schifffahrt (II)

Nachdem wir unsere letzte Auszahlung auf der Northbank in Ker Cherno beendet hatten, machten wir uns in froher Erwartung einer Dusche und eines kalten Bieres auf den Weg zur Fähre. Dank der Mithilfe von Joof und Dawda gelang es uns ohne größere Wartezeit in den Abfahrtbereich zu gelangen. Die Anzahl der Schiffe hatte sich in den vergangenen zwei Tagen wiederum halbiert. Nur noch ein Schiff, gerade in Richtung Banjul ausgelaufen. Na gut 3 Stunden warten, thats Africa. Nach 2 Stunden beginnen die ersten Fahrzeuge den Abfahrtbereich zu verlassen. Schnell macht das Gerücht die Runde, the ferry is broken. Das Schiff kommt noch nach Barra, fährt aber erst am nächsten Tag zurück auf die Southbank. Wir haben keine Lust bei über 30° eine weitere Nacht auf der Northbank zu verbringen. Wir werden die Small-, Speed-, Woodferrys benutzen.
Das sind schmale lange Holzboote (15 x 2 Meter) _MG_4984mit einem eingebauten Diesel und enthusiastischen schwarzen Seeleuten (keiner kann hier schwimmen) an Bord. Die Boote haben einen Tiefgang von ca. 1 Meter und können (in Ermangelung eines Steges) nicht trockenen Fußes bestiegen werden. Wir haben außerdem eine Menge großer Koffer und Rucksäcke. Und wir haben Ebrima. Ein Lastenträger lädt unsere komplette Ausrüstung auf einen Handkarren und fährt uns an den Strand. Dort wird eine Crew zusammengestellt, die jeden Einzelnen und jedes Gepäckstück durch das 1,5 Meter tiefe Wasser an Bord trägt. _MG_4960Die Jungs machen das professionell, mir hat einer erzählt, der trägt bis zu 80 Leute am Tag in und aus den Booten. Das alles läuft in einem unbeschreiblichen Chaos ab. Wir haben für unsere kleine Mannschaft eine extra Boot gechartert. Auf ein anderes Boot wird gerade ein Herde aus ca. 50 Ziegen geschleppt. Ablegen, nach ein paar Versuchen erwacht auch der Motor zum Leben. Die Überquerung dauert dann ca. eine halbe Stunde. Die Anlandung in Banjul erfolgt ebenfalls mit Trägern. Die Absprachen werden über den Fluss per Handy getroffen. Die Jungs bewachen unser Häuflein Leute auf dem Strand und beschützen uns vor zudringlichen Händlern und Taschendieben. Irgendwoher kommt dann noch ein Kleinbus, in den jemand eine zusätzliche (vierte) Sitzreihe gebaut hat. Das ist zwar eng, wir sind aber gegen 18:00 Uhr glücklich wieder im Hotel.

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