Ziel unseres Besuches in Amdalai war, die Bücher für die Bibliothek zu übergeben. Dannach wollen wir mit Vincent, dem Schulleiter (auch Vincent) und Ebrima als Dolmetscher noch einen kleinen Besuch dem Compound der Familie Mendy abstatten. Wie weit? Naja ein kleines Stück.
Unser kleiner Trupp zieht über Trampelpfade zwischen den Compounds in Richtung Norden. Dann sagt der Schulleiter, dass es besser wäre an der Hauptstraße entlangzugehen. Als wir vor dem senegalesischen Grenzposten stehen, dämmert mir auch warum.
Unser kleines gambianisches Patenkind ist in Wirkleichkeit ein senegalesisches Patenkind. Als die Frage „par le vous francais?“ mit „Oui“ beantwortes wird, ist mir auch der Grund der sprachlichen Schüchternheit der Mama Veronica klar. Sie spricht kein Englisch.
Wir haben haben zum Glück unsere Pässe dabei. Der Visastempel kostet eigentlich 50 Euro, der Schulleiter erklärt dem Beamten (verspiegelte Sonnenbrille, Hemd bis zum Bauchnabel aufgeknöpft), dass wir in einer haben Stunde wieder da sind. Damit geht die Einreise in den Senegal auch formlos.
Nach einem weiteren Kilometer stehen wir im Compound der Familie Mendy. Ein ordentliches kleines Haus, eine Küche in einem Extragebäude. Die Kinder schlafen zu zweit auf Matratzen mit Moskitonetzen darüber. Die Maman Veronica läuft sofort los und besorgt irgenwoher ein paar Flaschen kalte Getränke, der Papa ist auf dem Feld zum arbeiten.
Wir leeren unseren Rucksack (Spielzeug, Kekse, ein paar Anziehsachen), Veronica bekommt noch etwas Geld fürs Tabaski, dann müssen wir auch schon wieder los. Der kleine Vincent ist wieder dabei, der hat noch Schulstunden vor sich. Der Schulleiter erklärt uns auf dem Rückweg, dass eine ganze Reihe Kinder aus dem Senegal in seine Schule gehen. Dort wird Englisch gelehrt, das ist wichtig.
Unser Zeitplan ist schon ziemlich überstrapaziert, in Njongong wartet noch ein Fussballspiel auf uns. Wir verabschieden uns „au revoir et bonne chance“.
