Afrika im Rückspiegel

Es ist Samstag morgen 01:30 Uhr. Wir sitzen in einem kleinen Stück Europa 10 000 Meter über dem afrikanischen Kontinent. Die letzten drei Tage sind für uns als normale Touristen vergangen, Strand, Essen, Trinken. Am Donnerstag unser Farewell Dinner. Joof, Dawda, Ebrima, Musa, Yaya, Marianne und Gerd, alle waren da. Die Mission ist erfüllt, es ist ein schöner Abend. Wehmut, Abschied.
Was bleibt? Eine unglaublich intensive Erfahrung. Noch nie bin ich so dicht mit Menschen einer völlig anderen Kultur in Berührung gekommen. Wenn man Banjul verlässt und auf die Northbank übersetzt ist man in Afrika. Die Welt dort ist von unserer Welt so weit entfernt wie der Mond.
Das Leben der Leute dort _MG_5689 ist nicht einfach, immer von der Erhaltung der Existenz geprägt. In den Dörfern auf der Northbank gibt es wenig Strom, kaum gute Straßen. Durch die Probleme mit den Fähren ist das Land zweigeteilt.
Trotz dieser Umstände ist man vom ersten Augenblick an von der Fröhlichkeit der Menschen eingenommen. Wenn sich zwei Leute treffen, gibt es immer was zu lachen. Kleine Scherze und Blödeleien (Männer wie Frauen) sind wohltuende Alltagsbestandteile. Hier ist niemand fremd oder scheu. Ich habe selten in meinem Leben in so kurzer Zeit so viele Hände geschüttelt.
Die Leute lassen alles stehen und liegen, wenn man als Weißer sich dorthin verirrt. Zeit ist augenscheinlich ohne Begrenzung vorhanden.
Was sind die Perspektiven? Es ist nicht einfach. Ein Grad der Alphabetisierung von 70% der heranwachsenden Generation vielleicht ein Anfang. _MG_5813Ebrima hat in den kommenden Wochen seine Abiturprüfungen, viel Erfolg dabei! Kinder, die zur Schule gehen, sind später in der Lage Entscheidungen in ihrem Leben auf der Basis von Bildung und Tradition zu treffen.
Stromausfälle, Verkehrschaos, Müll auf den Straßen, Korruption. Bildung kann das möglicherweise überwinden.
Afrika wird nie so sein wie Europa. Vielleicht ist das auch gar nicht so verkehrt!

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