Auto fahren

Wir haben seit unserer Ankunft einen kleinen Toyota Corolla als unser zweites Zuhause. Das ist sehr angenehm, weil man einfach alles rein packen kann, was man braucht. Der Kofferraum sieht auch schon recht „wohnlich“ eingerichtet aus.
Bei unserer Ankunft bin ich dann auch erst mal auf der falschen Seite eingestiegen.
Richtig, hier ist Linksverkehr!
Die Kiste hat zum Glück ein Automatikgetriebe, also versucht man nicht ständig mit der (nicht vorhandenen) Fensterkurbel den Gang einzulegen. Blinker und Scheibenwischer sind (warum eigentlich?) auch vertauscht. Nach jetzt fast gefahrenen 1000 Km, versuche ich nur noch im Ausnahmefall mit dem Scheibenwischer zu „blinken“.
An der Scheibe mahnt ein Schild „Drive Left“. Das ist ganz witzig, weil alle Reflexe eines deutschen Autofahrers in die andere Richtung funktionieren. Man muss sehr bewusst fahren. Gestern gab es in einer Kurve auf einer unbefestigten Straße ein Zusammentreffen (ohne Berührung) mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Der Fluchtreflex ist immer rechts, hier immer falsch.
Das ist aber nicht schlimm.
Hier in dem Land ist alle P.C., inklusive Straßenverkehr. Hier wird so dermaßen rücksichtsvoll und passiv Auto gefahren, dass ich mit meiner „Berlin Erfahrung“ nach einer Woche schon (sehr gebremst) ab und an schäume. Auf Kreuzungen drauf fahren, Fußgänger beim Linksabbiegen(!) ein bisschen auf dem Überweg antreiben. Geht alles gar nicht. Hier wird gewartet und angestellt. Auch auf einer ausgebauten 3-spurigen Autobahn ist bei (erlaubten 100 km/h, keine Miles!) 105 km/h definitiv Schluss.

Kiwi aus der Nachbarschaft

Kiwi aus der Nachbarschaft

Wahrscheinlich ziehen Übertretungen, neben saftigen Strafen, auch gesellschaftliche Ächtung nach sich. Am Freitag, auf dem Weg zu den Kim Schmitz Devotionalien, sahen wir an einem falsch geparkten Auto einen Strafzettel. Bei der Begutachtung stellten wir eine zu zahlende Summe von 200 NZ$ fest.

Das ist heftig!

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