Wir sind gestern aus Nelson kommend an der Westküste herunter in Richtung Süden gefahren. Nach ca. 250 km kamen wir in Greymouth an. Da sich hier die touristische Infrastruktur sehr schnell ausdünnt, haben wir in einem etwas „größeren“ Ort ein Motel genommen. Das Ding heißt „Aachen Place“ und vor der Einfahrt ist eine deutsche Fahne hochgezogen. Nach ein wenig Smalltalk fragten wir den Besitzer, wie er auf den Namen gekommen ist. Er erklärte uns, dass früher die Motels in alphabetischer Reihenfolge gelistet waren. Mit Aachen war er halt die Nummer Eins, nix NRW, nix deutsch. Das war Optimierung von Suchmaschinen im Analogzeitalter.
Heute sind wir dann zu den Gletschern aufgebrochen („Kein NZ ohne Gletscher..“). Nach 170 km Fahrt über leere Straßen kommen wir am Franz-Josef Glacier an. Der übliche Touristenrummel, man kann auf einen Parkplatz fahren (alles kostenfrei) und dann eine Wanderung von ca. 1,5h bis zur Gletscherzunge (bzw. 400 m davon entfernt) unternehmen.
Der allgegenwärtige Ranger Bob gibt auf Hinweistafeln Ratschläge zum Daypack und zur Annäherung im Gelände. Das Ganze erweist sich dann als ein 8m breiter, geschotterter Weg, auf dem die gesamte Prozession von statten geht. An der Gletscherzunge drängen sich begeistert Asiaten und Amerikaner. Sie schauen sich die beständig schrumpfende Gletscherzunge, das Ergebnis ihrer Konsum- und Klimapolitik, an. Während dessen fliegen ununterbrochen Hubschrauber mit Scenic-Flights (5 Minuten 99 NZ$ pro Nase) über unsere Köpfe.

Claudia im hochalpinen Profi Outfit. Das Tuch war eine Maßnahme für bessere Sichtbarkeit bei einer möglichen Luftrettung.
Der Gletscher selbst kann niemanden, der schon einmal in den Alpen war, vom Hocker reißen. Witzig sind noch die Jungs und Mädels, die ausgerüstet wie zur Alpenüberquerung, den Trampelpfad benutzen.
Dazwischen die Jogger (die gibt es hier auch überall) und Hippies in Badelatschen. Nach 90 Minuten war dann der Spaß auch vorbei. Auf zum nächsten Gletscher. Nach 30 km erreichen wir den Fox Glacier.
Der Rest ist kurz erzählt: Parkplatz (kostenfrei), Ranger Bob, Prozession, Abbruch der Maßnahme.
Nach 200 km Rückfahrt endete der Tag dann doch noch versöhnlich mit einem ausgezeichneten Essen in Greymouth.

