Wir haben heute eine Exkursion von Saigon ins Mekong Delta nach My Tho unternommen. Die Variante mit dem Speedboat erspart uns die zwei mal drei Stunden Busfahrt. Pünktlich wurden wir vom Hotel zum Hafen gebracht, auf dem Boot nur 6 zahlende Gäste, der Skipper und die Reiseleiter. Am Heck hängen 200 PS und die verhelfen uns zu 20-30 kn Fahrt, was zu einem angenehmen Luftzug führt.
Wir starten auf dem Saigon River, fahren durch diverse Nebenflüsse und erreichen dann über einen Kanal den Mekong. Der ist an dieser Stelle bereits bis zu 4 km breit. Die Flüsse sind hier nach wie vor wichtige Transportwege. Gefühlte 90% aller Schiffe die in Richtung Saigon unterwegs sind, und das waren sehr, sehr viele, transportieren Kies zum Bauen. Der Mekong führt sehr viel Sedimente und hat damit eine braune Farbe. Die Sedimente werden mit speziellen Schiffen abgesaugt und als Baustoff bis nach Singapore verkauft. Die Stadt Saigon mit ihren gigantischen Bauvorhaben, die kann man sehr gut vom Fluss aus sehen, hat einen riesigen Hunger nach Sand und Kies. Auf dem Fluss wird mit allem was schwimmt Ware transportiert. Das sind zum Teil sehr abenteuerliche Gefährte, jedes Schiff aber auch gleichzeitig ein Heim für eine Familie.
Im Mekong Delta wird in riesigen Mengen Reis erzeugt. Hier sind drei Ernten im Jahr möglich. Hölzerne Dschunken, bis kurz vor dem Untergehen mit Reissäcken beladen, kommen uns entgegen. Der Guide erzählt uns, dass Vietnam noch sieben Jahre seine Schulden für die brüderliche Hilfe an Waffen für den Krieg, der 1975 endete, an die Russen und Chinesen zurückzahlen muss. „Für jede Kugel aus der Kalaschnikow müssen wir heute 3 Kilogramm Reis verkaufen“. So etwas macht doch sehr nachdenklich.

Der Mann hat uns abseits vom Mekong eine kurze Strecke gefahren. Er sitzt direkt auf seinem Dieselmotor, der ist undicht und unglaublich laut. Der Motor oder der Diesel sind noch nie explodiert.
Der Rest des Tages war landwirtschaftliche Erzeugungen (Kakao; Vincent Mourou macht hier eine der besten Schokoladen der Welt) ansehen, ein wenig Folklore und Essen.

Hier gibt es in einer landwirtschaftlichen Kooperative Schnaps zu kosten. Der vordere Behälter ist mit Schlangen gefüllt, darauf wird Alkohol gegossen. Schmeckt aber nach nix.
Auf dem Rückweg noch ein Stopp an einem Tempel mit Landungssteg und ein paar erweiternde Einführungen in die buddhistische Religion. Bald erreichen wir die Außenbezirke Saigons. An den Bahnstrecken und an den Flüssen leben die Armen. Das Leben am Fluss sieht da kein bisschen romantisch aus.
Aber auch hier wird neu gebaut, die Leute werden verdrängt.
Jetzt noch die letzte Pho essen, morgen geht es nach Cambodia.

