Es ist hier unmöglich für uns das Alter der Leute zu schätzen. Ist die Bedienung im Cafe 12 oder 22 Jahre alt? Phath erzählte uns in einer Pause, dass er 44 Jahre alt ist und einen Sohn sowie zwei Töchter im schulpflichtigen Alter hat.
Hier wird wesentlich besser englisch gesprochen als in Vietnam. Wir wollen wissen, weshalb das so ist. „..Meine Eltern sind Anfang der 1990er vor dem Bürgerkrieg nach Thailand geflohen. Ich habe das dort in der Schule gelernt..“.
Ich gebe hier ungefähr unser anschließendes Gespräch zur Lage im Land wieder.
Wir haben an allen Tempeln Spuren der Kämpfe gesehen.
Das Land ist nach wie vor sehr stark durch Landminen (https://en.wikipedia.org/wiki/Land_mines_in_Cambodia) verseucht. Wenn man die Augen offen hält, entdeckt man immer wieder Leute mit amputierten Gliedmaßen. Über 40 000 sind das landesweit. Die großen Tempel wie Angkor Wat sind als Folge des Bürgerkrieges geplündert. Es gibt kaum Statuen mit Köpfen. Selbst aus den kunstvollen Reliefs wurden Miniaturen heraus geschnitten. 
Der Kunst(schwarz)markt ist wahrscheinlich voll mit Artefakten aus der Angkor Zeit. Selbst heute werden in den riesigen Arealen noch neue Kultstätten entdeckt, es ist aber auch immer ein Kampf gegen den Kunstraub.
Wie funktioniert Cambodia heute politisch? Sehr schlecht. Cambodia ist ein Ein-Parteien-Staat. Das Argument, mit dem jede politische Opposition mundtot gemacht wird, ist die „Aussöhnung“. Hier funktioniert jedoch nur die Korruption und der brutale Machterhalt. Es wird nicht geredet, nur gehandelt. Willkürliche Enteignung von Land ist an der Tagesordnung. Die Nutznießer sind zunehmend chinesische oder vietnamesische Unternehmen, die sich politische Entscheidungsträger „kaufen“. In den letzten Tagen gab es in der Mekong Region Proteste gegen die Regierung.
Fazit: Sieben Tote durch Polizeigewalt.
Die Tatsache, dass hier jedes Alltagsgeschäft in US$ abgewickelt wird, zeugt auch nicht gerade von großem Vertrauen der Bürger in den Staat. Der Tourismus wird im großen Stil entwickelt. In dem kleinen Siem Reap sind riesige Hotels entstanden. Zunehmend durch Chinesische Investoren für chinesische Touristen, „all inclusive“ die Touristen verlassen die Hotels nur zu den Besichtigungen.
Die Preise für die Angkor Tickets wurden vor einiger Zeit um 72% angehoben. Das 3 Tage Ticket, welches zum Eintritt in die archäologischen Stätten berechtigt, kostet jetzt 60 Dollar pro Person.Die Arbeiten haben in den letzten Jahren jedoch nur wenig Fortschritte gemacht.
Was passiert mit dem Geld?
Darf man eigentlich nach Cambodia reisen?
Wahrscheinlich schon, der freundliche Mister Phath hat schließlich eine Familie zu ernähren.

