Wir waren vor 25 Jahren das letzte Mal in den USA. Damals war das Reisen dorthin recht einfach. Man setzte sich mit seinem deutschen Pass in den Flieger, füllte einen Zettel („Waren Sie Mitglied der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen?“) im Flugzeug aus und das war es.
Das Essen wurde noch mit Edelstahlbesteck serviert und man konnte sein Shampoo im Handgepäck mitführen. Der Zoll wollte nicht mal in den Koffer schauen, wir kamen ja aus Deutschland.
„Viel Feind viel Ehr…“
Die Politik der amerikanischen Regierungen in den vergangenen 25 Jahren hat die Anzahl der Feinde augenscheinlich kräftig vermehrt. Ähnlich wie in den Märchen, in denen der Prinz die Prinzessin haben möchte, sind vor Einreise in das Land der Verheißungen eine Reihe von Prüfungen abzulegen.
Das Abenteuer beginnt bereits am heimischen Schreibtisch und heißt ESTA. Die erste Prüfung ist, das richtige ESTA zu finden. Bei Google gibt es jede Menge Trittbrettfahrer, die ESTA für 100 USD „Made in Bulgaria“ anbieten. Mein erstes ESTA-Erlebnis fand auf einer bulgarischen Website statt, glücklicherweise schickt mir meine Bank bei verdächtigen Zahlungen eine SMS zur Absicherung, also zweiter Anlauf – Website Homeland Security.
Ich hatte bereits beim Öffnen der Seite so einen komischen „Edward Snowden“ Flashback. Beim Lesen des Kleingedruckten wird einem da auch nicht wirklich besser. Das sorgfältige Ausfüllen hat dann auch gefühlt eine ganze Ewigkeit gedauert. Einer der Gründe dieses elektronischen Verfahrens ist die Einsparung von Papier. Damit geht einher die Zeitersparnis für die Erfassung (vulgo „das Abschreiben“) der Zettel aus dem Flugzeug.
Warum ich am Ende der Prozedur noch zwei mal 14 USD an die amerikanischen Behörden überweisen musste, erschließt sich mir nicht so recht. Aber es heißt ja nicht umsonst „teure Freunde“.
Falls wir nicht zurück kehren, sitzen wir vermutlich für zweimal lebenslänglich plus 140 Jahre in irgend einem Bundesgefängnis.
Weil ich das ESTA falsch ausgefüllt habe.