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Xmas(III, Boxing Day)

Während am Christmas Day das öffentliche Leben (inklusive Kino, Cafe, Kneipen) komplett zum Erliegen kommt, ist am Boxing Day schon fast wieder Business as usual. Der Konsument kann mit dem Boxing Day Sale den Entzug vom Vortag kompensieren. Wir haben uns dem entzogen und sind am Nachmittag zum Strand gefahren. Es war leider sehr windig und wir waren bereits nach eines Stunde etwas versandet. Also, Cafe mit Sonnenterasse: „Spruce Goose“ an der Lyall Bay. Ich kenne den Background der „Fichtengans“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Hughes_H-4), Caudia kennt dazu aber die Hauptdarsteller(!) (Martin Scorsese’s „Aviator“, Leonardo DiCaprio und Cate Blanchett).
Das ist echt unschlagbar!
Der Laden hat eine Dachterrasse und liegt 150 Meter neben dem Rand des Rollfeldes des Wellington International Airport („Wild at Heart“, Welcome to the Middle of Middle-earth). Hier kann man, sehr dicht am Geschehen, den Nachmittag wunderbar mit Plane spotting verbringen.
An dieser Stelle haben wir dann auch mal das GPS bemüht und festgestellt, dass wir uns an der Position 174,5° östlicher Länge befinden. Das bedeutet, dass sich die Datumsgrenze nur (5,5° x 60 Nm) 330 Nm im Osten befindet. Termin zur Abgabe der Steuerklärung verpasst? Kein Problem, 50 Minuten fliegen und schon ist der Poststempel vom Vortag drauf.

Am Abend noch ein wunderbares Restaurant „Ombra“ mit einer ganz reizenden italienischen (Sie hat Malerei in Venedig studiert) Bedienung. Sie freut sich immer über Gäste, die die italienischen Namen der Gerichte nicht englisch aussprechen. Wir ließen uns die Bedeutung des Wortes Ombra („Schatten“, in Venezien auch ein kleines Weinglas) erklären und redeten sofort über „Godfather“ (Francis Ford Coppola) und Omertà.
Knaller des Abends: gefülltes Herz vom Lamm auf Linsengemüse.
Sehr empfehlenswertes Restaurant mit einem guten Preis -Leistungsverhältnis.

Xmas(II, Christmas Day)

Wir lagen heute morgen so gegen 10:00 Uhr noch im Bett und tätigten einige Anrufe zum Heiligen Abend nach Deutschland. Plötzlich klingelte es. Ich sprang in meine Hose und sah mich im Vorraum einem freundliche Paar (Jackie und Alan) reiferen Alters gegenüber.

Jackie mit Weihrauch

Jackie mit Weihrauch

Jackie schwang ein Weihrauchfass (lat. Turibulum, auch Thuribulum) und wünschte überschwänglich „Merry Christmas“. Nachdem ich ihr den Verbleib der Hausbesitzer erklärt hatte, lud sie uns („Formal Invitation“) auf Pancakes ein.
Nach unserem Frühstück machten wir uns in die Epuni Street (250 sehr steile Meter zu Fuß) auf. Ich hatte natürlich in der Zwischenzeit die Hausnummer vergessen. Nach ein wenig Herumsuchen fanden wir, mit Kreide auf eine Stufe geschieben, das Wort „Pancake“. Im Garten saß bereits eine lustige Runde (Nachbarschaft, Aro Community) bei Kaffee, Sekt und Pfannkuchen (im Osten „Eierkuchen“). Wir erfuhren, dass sich die Community vor einigen Jahren erfolgreich gegen den Bau einer Schnellstraße und damit dem Abriss ihres Viertels gewehrt hatte.
Jetzt probt man den Spagat zwischen Instandhaltung (der oft sehr abenteuerlich aussehenden Häuser) und der (wie überall) drohenden Gentrifizierung.
Ein interessanter Aspekt des Lebens hier: „NZ hat keine Geschichte“. Das damit auch das Fehlen von Kultur einhergeht, hatten wir bereits gestern von Konstanze erfahren (sie ist Musikpädagogin und unterrichtet klassische Musik, Geige). Kinderlieder werden durch seichte amerikanische Pop-Music ersetzt, die Masse der Wähler (damit auch die politisch Verantwortlichen) halten eine Oper für extravagant und snobistisch. Die einzige Company in NZ inszeniert ganze 2 Opern im Jahr.

Der überall augenscheinliche Aktionismus (Sport, Freizeit) soll das Fehlen von Kultur und Geschichte kompensieren. Das Problem der Leute (zumindest der gebildeteren) ist: „Wenn ich ein Renaissance Gemälde sehen will, muss ich um die halbe Welt fliegen“. Auch das Fehlen von geschichtlicher Verantwortung (mangels vorhandener Geschichte) ist für die Leute ein Problem. Es ist augenscheinlich besser, schwarze Flecken (Deutschland) in der Geschichte zu haben, als keine Geschichte. Hier in diesem Land wird scheinbar politisch recht viel herum  gestümpert (blundering). Das war für uns ein recht interessanter Aspekt des Lebens hier.
Jackie erzählte uns dann, dass sie bereits mehrfach Pilgerwege in Europa (nicht den Jakobsweg, „this is pilgrim industrie“) ausschließlich zu Fuß bereist hat. Von London nach Rom, im nächsten Jahr von Rom nach Stade. Sie ist schon einiges in die 60er Jahre und der spirituelle Aspekt (nicht die Seite des Glaubens) war schon recht beeindruckend.

Xmas Party

Xmas Party

Nach zwei anstrengenden Stunden (die sprechen hier sehr schnell und wir müssen uns sehr konzentrieren um solche Themen „mit zuschneiden“) sind wir wieder von dannen gezogen.

Xmas(I, Christmas Eve)

Wenn die Autoscheiben waschenden Punks an der Wilson Ecke Karo Drive rote Mützen tragen, dann bricht definitiv am Ende der Welt Weihnachten aus. Bei angenehmen 23 Grad fuhren wir gestern Mittag in die City um noch letzte Erledigungen vor dem Fest der Feste vorzunehmen.

"Seveb Nation Army"

„Seven Nation Army“

Eine Kapelle der „The Salvation Army“ (Jack White „Seven Nation Army“)spielt muntere Swingvariationen von „Rudolph The Red Nosed Reindeer“ und wir warfen auch ein paar Coins in den Spendeneimer. Gegen Mittag trafen wir uns mit Konstanze und ihren beiden bezaubernden Töchtern. Sie hatten, durch Straßenmusik (Geige+Cello) in einer Stunde rund 60 NZ$ zu Gunsten einer Zirkusschule eingenommen. Konstanze hat vor sieben Jahren (mit ihrem NZ Mann) Deutschland den Rücken gekehrt und ist seither hier ansässig. Es war für uns hoch interessant (ohne die Sprachbarriere) ein wenig Internes über das Leben hier unten (ich sammele da noch und werde zu späterer Gelegenheit was dazu schreiben) zu erfahren.
Am Abend war es bereits sehr einfach mit dem Auto in die Stadt zu fahren (Parkplätze in Hülle und Fülle, trotzdem 4NZ$/h „Pay and Display“). Wir hatten einen Tisch in der Tory 88, einem sehr guten vietnamesischen Restaurant. Die Asiaten in der Gastronomie sind hier sehr freundlich und kommunikativ, ein angenehmer Unterschied zu Berlin. Der Abend endete noch einmal auf dem Mt. Victoria.

Heilige Nacht am Mt. Vic

Heilige Nacht am Mt. Vic

Neben dem tollen Blick auf die Bucht, konnte man diversen Leuten bei der Herstellung von „Pix and Vids for Mom“ zusehen. Neben den üblichen Zetteln vor der Brust, gab es einen jungen Mann, der für „Private Movie“ mit einer Pferdemaske posierte.

Season Greetings for Mom

Season Greetings for Mom

Unser Freund G.H. Mumm aus Reims begleitete uns dann noch durch den Heiligen Abend.

Merry Christmas Everybody

Allen Daheim gebliebenen ein Frohes Weihnachtsfest vom „Ende der Welt“ (nach uns kommt nur noch die Datumsgrenze!). Hier lacht die Sonne und es sind 25°C. Wir werden die nächsten Tage am Strand und mit kalten Getränken verbringen.
Wir denken an Euch, Cheers!_MG_7138

Heiligabend auf dem Mt. Vic

Heiligabend auf dem Mt. Vic

Auto fahren

Wir haben seit unserer Ankunft einen kleinen Toyota Corolla als unser zweites Zuhause. Das ist sehr angenehm, weil man einfach alles rein packen kann, was man braucht. Der Kofferraum sieht auch schon recht „wohnlich“ eingerichtet aus.
Bei unserer Ankunft bin ich dann auch erst mal auf der falschen Seite eingestiegen.
Richtig, hier ist Linksverkehr!
Die Kiste hat zum Glück ein Automatikgetriebe, also versucht man nicht ständig mit der (nicht vorhandenen) Fensterkurbel den Gang einzulegen. Blinker und Scheibenwischer sind (warum eigentlich?) auch vertauscht. Nach jetzt fast gefahrenen 1000 Km, versuche ich nur noch im Ausnahmefall mit dem Scheibenwischer zu „blinken“.
An der Scheibe mahnt ein Schild „Drive Left“. Das ist ganz witzig, weil alle Reflexe eines deutschen Autofahrers in die andere Richtung funktionieren. Man muss sehr bewusst fahren. Gestern gab es in einer Kurve auf einer unbefestigten Straße ein Zusammentreffen (ohne Berührung) mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Der Fluchtreflex ist immer rechts, hier immer falsch.
Das ist aber nicht schlimm.
Hier in dem Land ist alle P.C., inklusive Straßenverkehr. Hier wird so dermaßen rücksichtsvoll und passiv Auto gefahren, dass ich mit meiner „Berlin Erfahrung“ nach einer Woche schon (sehr gebremst) ab und an schäume. Auf Kreuzungen drauf fahren, Fußgänger beim Linksabbiegen(!) ein bisschen auf dem Überweg antreiben. Geht alles gar nicht. Hier wird gewartet und angestellt. Auch auf einer ausgebauten 3-spurigen Autobahn ist bei (erlaubten 100 km/h, keine Miles!) 105 km/h definitiv Schluss.

Kiwi aus der Nachbarschaft

Kiwi aus der Nachbarschaft

Wahrscheinlich ziehen Übertretungen, neben saftigen Strafen, auch gesellschaftliche Ächtung nach sich. Am Freitag, auf dem Weg zu den Kim Schmitz Devotionalien, sahen wir an einem falsch geparkten Auto einen Strafzettel. Bei der Begutachtung stellten wir eine zu zahlende Summe von 200 NZ$ fest.

Das ist heftig!

Sonntag (I)

Heute ist der vierte Advent, zumindest in Deutschland. Was macht man heute in NZ?
Das Wetter ist nicht sehr schön. Der Wind hat gedreht und bläst dicke Wolken über die Bucht an unser Fenster. Drizzle. Nach dem Frühstück fahren wir (mit dem Auto) in die Stadt.

Falsch und Falsch.

Mit dem Auto Sonntags in die Stadt fahren und hoffen einen Parkplatz zu finden ist Quatsch (ist auch in der restlichen Woche so). Wir parken also das Auto bei „New World“ (Supermarkt, „Customer only!“) und laufen los. Fehler Nummer 2, wir haben bereits gefrühstückt. Es ist überall Markt. Das bedeutet hier, es gibt was zu Essen. Für das nächste Mal, Sonntags auf dem Markt frühstücken. Ist genau so multikulturell wie der „Night Market“ am Freitag.
Unser Ziel ist der Underground Market. Dieser wird am Samstag und Sonntag in einer (dann geschlossenen) Tiefgarage (Undercover on Jervois Quay Wellington Waterfront) abgehalten. Hier gibt es von Kunst bis Kitsch alles. Sehr unterhaltsam und Claudia hat sich ein kleines Ringlein gekauft. Nach zwei Stunden fanden wir auch unser Auto noch unabgeschleppt vor.

Kim & Dusty

Kim & Dusty

Nach einem Short Black (Espresso im Aro Cafe, Super!) beschlossen wir vor dem Wind und den Wolken auf die Lee Seite der Stadt zu flüchten. Das ist hier nicht sehr schwierig. Man fährt ca. 5 km über den Berg (Ohiro Road) und plötzlich scheint bei Windstille die Sonne. Lee durch den Bergrücken, draußen auf See tobt mit ca. 25 kn ablandiger Wind.
Ich habe dann den Rest des Nachmittags auf dem Rücken gelegen und in der Lyall Bay den Flugzeugen auf dem Airport beim Landen zugesehen. Zur Happy Hour sind wir dann noch ins „Maranui Cafe at Maranui Surf Life Saving Club“ auf ein Bier eingefallen. Dort spielte das Duo „Kim & Dusty“ („Once“, in Bild und Ton) ausdrücklich keine Weihnachtslieder. Unter Mitnahme von 1,25 Liter „Death from above“ (kürzlich erwähnt) aus dem „Garage Project“ findet gerade der vierte Advent mit einer (organic) Gemüsepfanne seinen Ausklang.

Wanderung (II)

Heute (Samstag 20.12.) sieht das Wetter in Wellington alles andere als einladend aus. Tief hängende Wolken, man kann das andere Ufer der Bucht nicht sehen. Wir beschlossen besseres Wetter im Norden zu suchen. Ungefähr 80 Kilometer nördlich befindet dich die kleine Stadt Otaki. Ein Suburb (ca. 19km Inlands) ist Otaki Forks. Eine Schlucht mit Fluß (Waiotauru, Bergfluß) am Ende der Ausgangspunkt von Wanderungen in die Berge (Tararua Range), die hier bis ca. 1600 Meter hoch sind. Wir haben einen Rundweg (ca. 2 Stunden) gewählt. Die Gegend verfügt über eine unheimlich intensive Vegetation. Niederschläge von 5-8000 mm pro Jahr lassen einen wahren Dschungel wachsen. Farne mit einer Höhe von fast 5 Metern sind keine Seltenheit.

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Auf dem Rückweg hielten wir noch an einer Historical Site (die sind hier nicht so dicht gesät). Dort gibt es in der Landschaft Steinmauern, wie man sie aus Irland, der Normandie oder Schottland kennt.
Diese Mauern stammen jedoch aus dem Jahr 1930 und erfüllen keinerlei praktischen Nutzen. Das Why ist schnell erklärt. Während der großen Depression (die über das Commonwealth auch NZ erwischte) gab es jede Menge arbeitslose Tagelöhner. Die Bauern hatten keine Jobs, wollten die Tagelöhner aber auch nicht verhungern lassen. Sie zahlten den Arbeitern einen Schilling pro Woche, die anderen 8 Schilling zahlte die Regierung. Das Geld kam aus einem Programm zur „Entwicklung und Verbesserung der ländlichen Infrastruktur“. Irgend wie kam uns das alles sehr bekannt vor.

Wanderungen (I)

Am Mittwoch (17.12.) beschlossen wir, nach Feierabend, eine kleine Wanderung am Makara Beach zu unternehmen. Das Wetter war schön und recht warm. Auf den Klippen entlang gibt es einen Wanderweg mit einem wunderbaren Blick auf die nordwestlichen Ausläufer der South Islands.

Schmaler Pfad auf steilen Klippen

Schmaler Pfad auf steilen Klippen

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Geschützstellung zur Verteidigung der Cook Strait aus WW2

Ein schmaler Pfad führt direkt auf den fast senkrecht abfallenden Klippen entlang. Nach ca. 45 Minuten steilem Anstieg stehen wir auf der Südwest-Ecke der North Islands. Gun Emplacement. Drei verbunkerte Geschütz Stellungen zeigen drastisch, dass auch hier unten (Tolkien: Auenland) der lange Schatten Mordors (Achsenmächte) im 2. Weltkrieg zu spüren war. Die deutsche Kriegsmarine(!) verminte 1940 NZ Häfen mit ca. 1400 Seeminen. Einige davon tauchen auch heute noch auf („WW2 mines found in sea off Auckland“, Friday March 07, 2014). Das Commonwealth war auf diese Situation (siehe Einnahme Singapores durch die Japaner) nicht vorbereitet. Man unternahm große Anstrengungen die Häfen zu verteidigen, immer eine Invasion (deutsch, später japanisch) vor Augen. Ein unvermuteter Stolperstein der Geschichte während einer Wanderung.

Wellington Night Market

Nach unserem Abendessen (Restaurant 88, finest Asian Food) machten wir uns in Richtung Cuba Street zum wöchentlichen Wellington Night Market auf. Dort stehen in einem schmalen Durchgang von der Cuba zur Victoria Street (Left Bank) jede Menge Buden mit internationalem Essen.

Koch aus Indonesien bei der Arbeit

Koch aus Indonesien bei der Arbeit

Die Geschichte wird eindeutig von Asiaten dominiert. Während wir in Deutschland hauptsächlich von Vietnamesen (zumindest in Berlin) bekocht werden, ist hier deutlich mehr Bandbreite vorhanden. Von Japan bis Malaysia, von Indien bis Indonesien wird dort gekocht. Kleine Mahlzeiten (und Preise) alles auf die Hand.
Ein Japaner zauberte (sehr grazil) kleine Pfannkuchen, die mit Gemüse und Oktopus gefüllt waren. Richtige Kunstwerke zum Essen.
Europa ist auch vertreten Poffertjes aus Holland, ein Franzose (sah aber auch recht asiatisch aus) und last but not least..Fritz Wiener (Bavarain Sasuages). Die sahen aber (Bratwurst Lamb 7 NZ$) irgend wie nicht recht gültig aus. Dazu gab es als kulturellen Teil eine Opernsängerin,

Opernsängerin

Opernsängerin

die sich vor dem versammelten Publikum produzierte. Anschließend eine Band, drei Herren alle so Baujahr ..naja unser Alter, mit selbst gemachten Gitarrenmusik.
Das in der Straße angesiedelte Antiquariat hatte einen ausgezeichneten Vorrat an Büchern der neueren Geschichte. Ich stelle immer wieder fest, dass in Deutschland nur ein Bruchteil dieser Publikationen zu haben ist.

Antiquariat, leider nur zum Ansehen.

Antiquariat, leider nur zum Ansehen.

Das führt leider zu einem sehr einseitigen, verdünnten Geschichtsbild, geprägt von Guido Knopp & Co. Aber Bücher wiegen leider halt ’ne Menge. Ich hab dann von Erwerbungen abgesehen. Ganz ausgezeichneter Abend.

Kim

Ein prominenter (wahrscheinlich neben Peter Jackson der prominenteste) Bewohner Neuseelands ist Kim „Dotcom“ Schmitz. In einer spektakulären Razzia wurde im Jahr 2012 seine Villa bei Auckland durchsucht und diverse Dinge (im Wert von ca. 175 Mio. US$) beschlagnahmt. Der in Berlin lebende neuseeländische Künstler Simon Denny hat aus der Liste der beschlagnahmten Sachen die Konzeptausstellung „The Personal Effects of Kim Dotcom“ gestaltet. Die Ausstellung war heute den letzen Tag in einer Galerie auf dem Campus der Uni kostenfrei zu sehen. Der Künstler setzt sich kritisch mit der Content-Mafia (Warner, Sony usw.) deren Handlanger FBI und dessen verlängerten Arm NZ Police auseinander. Die Razzia und die vorhergehenden Abhöraktionen wurden im nach hinein für illegal erklärt.
Auf 110 Leinwänden wird die FBI-Liste visualisiert.

Bladeserver, im Hintergrund die Leinwände.

Bladeserver, im Hintergrund die Leinwände.

Der Account (die meisten Stücke sind Bank-Accounts) bei der Deutschen Bank ist mit einem Konterfei von Josef Ackermann verziert. Eine Reihe seiner Nummernschilder („Evil“, „CEO“, „Hacker“ usw.) erstreckt sich über eine Wand auf 2 Etagen.

An der Wand eine Sammlung der Nummernschilder

An der Wand eine Sammlung der Nummernschilder

Dotcom’s exzentrischer Lebensstil wird mit großen Autos, Motorrädern und Bildern seiner Villa dokumentiert. Schmitz kämpft heute noch gegen seine Auslieferung in die USA. Als Unterstützer seiner (bereits wieder gescheiterten) Internet Partei treten Julian Assange, Edward Snowden und Glenn Greenwald auf. Eine sehenswerte Ausstellung zu einem sehr kontroversen Thema.