Category Archives: Gambia2013

Vincent Mendy

Dann ist es endlich soweit. Unser Patenkind Vincent Mendy steht vor der Linse. Das ist dann der Moment, an dem meine Assistentin verlorengeht. Den Rest unseres Aufenthaltes in Amdallai ist Claudia mit kleinen schwarzen Kindern und deren Mama’s beschäftigt.

_MG_2814Der kleine Vincent ist im Ranking auf Platz 4 von 52 Kindern, also ein guter Schüler. Er hat noch 4 Geschwister. Alles in Allem ein sehr schöner Beginn unserer Mission.

 

Amdallai

In Barra treffen wir unsere lokalen Kontaktleute Joof und Dawda. _MG_3549Die beiden sind hier wichtige Männer und sehr respektable Peronen. Einer unserer Reifen muss ummontiert werden (schöne Grüße an den deutschen TÜV) und wir haben einen Moment Zeit mal hinter die Häuser zu schauen. Eine Kombination aus Werft, Fischmarkt und Müllhalde. Ohne Geruch eigentlich unbeschreiblich.
In Njongong fahren wir das erste mal zu eine Schule um auf unseren Van noch Pakete zu laden. Die Schulen sehen hier auch ein wenig anders aus als in Europa. Unmengen von Kinder in jedem Alter sind auf den Beinen um uns zu begrüßen.
Nach einer kurzen Fahrt sind wir an der Grenze zum Senegal. An der Grundschule in Amdallai wollen wir das erste Schulgeld auszahlen. Unter einem Baum sitzen bereits die Mütter im besten (sehr farbenfreudigen) Gewand. Und wieder Unmengen von Kindern. Alle in der Grün-Weißen Schuluniform der Grundschule. Claudia und ich haben die Aufgabe due Kinder und Mütter nach Erhalt des Geldes für die Sponsoren in Deutschland zu fotografieren. In den nächsten Tagen werde ich ca. 500 mal immer wieder die selben Sätze „First i need a picture from your’e ID for the files“, „Please gimme a Smile..“.Die Jungs und Mädels sind zum Teil sehr scheu, die werden auch nicht jeden Tag fotografiert.

Schifffahrt (I)

Um auf die Northbank des Gambia River zu gelangen ist es notwendig die Fähre von Banjul nach Barra zu nutzen. Eines der wichtigsten Gesprächsthemen in der Stadt und auf der Northbank ist der Zustand der Fährschiffe.
Unsere Expidition steigt morgens um 05:30 Uhr noch ein wenig verschlafen in den Van, bewaffnet mit 1,5 Mio. Dalasi und in der Hoffnung um 09:00 die erste Fähre zu bekommen. Schon die Zufahrt zur Fähre (noch bei kompletter Dunkelheit) ist sehr fremd für einen Europäer. Eine Seitenstraße mit einem unbeschreiblichen Chaos.
Fussgänger mit jeder Form von Lasten auf dem Kopf, Ziegenherden, LKW’s (ohne Rußpartikelfilter), alles schreit und palavert durcheinander. Dazwischen die Fahrer der LKW’s (die warten teilweise 3 Wochen auf eine Überfahrt) seelenruhig beim Morgengebet.
Unser Guide Ebrima hat für unsere Hilfsorganisation einen „Letter of Priority“ beschafft. Damit sollten wir vorrangig auf die Fähre gelangen. Die Fähre existiert jedoch nur als Gerücht. Von den drei Schiffen sind in der Regel 2 defekt. Für zwei neu angeschaffte Fähren existiert keine passende Pier. That’s Africa.
Ebrima kämpft wie eine Löwe um unsere Einfahrt in den Fährbereich. Das alles bei morgendlichen 30° Celsius._MG_2574_small
Plötzlich kommt ein Schiff. Ein weiteres wahnsinniges Chaos bricht aus. Passagiere von der Fähre runter, Lastenträger rauf. Die Anlegerbrücke hat sich nicht ausreichend abgesenkt, also einen riesigen LKW rauffahren bis das Ding passt.  Wir haben Glück, wir sind auf der Fähre, das Ding ist nicht untergegangen. Wir sind auf der Northbank.

Money makes the World go round (auch in Afrika)

Unsere Mission ist bei dieser Reise die Auszahlung des Schulgeldes an viele kleine und große Schüler in Gambia. Dafür braucht es beim Kurs von 1:45 eine Menge (auch Gewicht) Geld.

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Nachdem wir wieder im Hotel gelandet sind, haben wir einen großen ALU-Koffer voller Geld (1,5 Mio. Dalasi) ausgeleert. Das Geld wurde jetzt für die einzelnen Kinder konfektioniert. Leider kann man sich Geld hier nicht so wie in Europa vorstellen. Dauerhafter Gebrauch und die hohe Luftfeuchtigkeit führen zu einer schnell einsetzenden Kompostierung der Scheine. Die ganze Aktion dauerte fast 4 Stunden und glich teilweise einer Tätigkeit in der Dokumentenarcheologie. Es ist jetzt alles gepackt, morgen früh um 05.30 Uhr geht es über den Gambia River in den Busch.

Ach ja, noch was für Insider

PING www.iunds.com (212.202.245.151) 56(84) bytes of data.
— www.iunds.com ping statistics —
18 packets transmitted, 7 received, 61% packet loss, time 65273ms
rtt min/avg/max/mdev = 230.030/863.293/1356.531/367.309 ms, pipe 2

Das Internet funktioniert hier genau so schnell wie alles Andere, warum auch nicht.

Kampf gegen den Terror

Unser Van (Mercedes Modell aus den frühen Neunzigern) brachte uns pünktlich zur Bank. Auf dem Parkplatz wurden wir schon herzlich von der Managerin empfangen, Küsschen, Fotos.., auch in Richtung Straße.
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Dummerweise befindet sich auf der linken Seite der Straße die amerikanische Botschaft..

Plötzlich steht neben mir einer der Securitys und will meine Kamera sehen. Ich wußte bis zu dem Zeitpunkt noch nichts von der Nähe der Behausung unserer Verbündeten. Aha, auf einem der Bilder ist die Flagge um Anschnitt zu sehen. Also, „Folow Me..“

Am Ende einer sehr langen und sehr schmalen Gasse steht schon eine kleine Polizeieinheit. Volker und unser Guide Ebrima begleiten mich. Die Szene gibt es eigentlich nur in irgendwelchen Filmen, dachte ich..

Der Anführer redet mit uns streng, die Securitys wollen unsere ID’s, die sind natürlich im Hotel. Zum Glück kann sich wenigstens unser Guide ausweisen. Fotos zeigen.

Warum? Was machen Sie hier? Wo kommen Sie her? Foto löschen!
Wir wissen jetzt, dass der Kampf gegen der Terror auch hier veranstaltet wird.

Dann kommt der Mann im blauen Anzug. Der hatte definitiv den investigativen Touch von der CIA. Der befragte uns ein weiteres Mal.
Jetzt an die Wand, einzeln.. zum Glück (oder wer weiß) nur zum fotografieren. Die ganze Aktion dauert fast 45 Minuten. Die Anderen waren erleichtert als wir wieder in der Bank auftauchten.

Der nächste Versuch einer Einreise in die Staaten wird möglicherweise eine mühsame Angelegenheit.

13°26’58″N,16°43’19″W Banjul (29.9.2013)

Der Flug mit Brussels Air war eine angenehme Überraschung. Beinfreiheit, gutes Essen. 3000 Meilen, 6 Stunden Flug. Die Piloten landen den Airbus 330 auf einer Piste, die kaum breiter als eine deutsche Landstraße ist. Tür auf, aussteigen direkt auf das Rollfeld. Ich hab das Gefühl, dass die feuchte Luft an den von der Aircondition noch klammen Fingern kondensiert. Es sind 30 Grad und 100% Luftfeuchtigkeit.
Der Flughafen erinnert an Varna 1985. Das Entladen der Koffer zieht sich 90 Minuten in die Länge. Es ist unglaublich laut, heiß und ineffizient. Jeder versucht unsere Koffer wenigstens ein paar Meter zu schleppen, um dann einen Euro pro Gepäckstück zu verlangen. So viele Flieger kommen dann hier doch nicht an.
Die Koffer sind auf dem Dach(!) verstaut und festgebunden, eine halbe Stunde Fahrt duch die Suburbs von Banjul, dann sind wir im Sunswing Beach Hotel. Auch der Check-in dauert für uns paar Leute ein Stunde.
Zu den Besonderheiten in afrikanischen Hotels werde ich später nochmal was schreiben. Der Abend endet recht versöhnlich mit einem guten Fischgericht und einigen einheimischen (JulBrew) Bieren.
Morgen früh um sieben zur Bank nach Banjul und Geld holen.